Der Zyklon Christi Himmelfahrt, 12.o5.1983. Segelhafen „Bakker“ in Lemmer.
In diesem Hafen war ich mit meiner „CHARADE“ viele Jahre beheimatet. Auch die spätere Vereinsyacht „PORT OF SPAIN“ war hier zu Hause. Nun bietet bekanntlich der Feiertag „Christi Himmelfahrt“ , mit einem Brückentag am Freitag, ein langes Wochenende, das zu einem ausgedehnten Törn geradezu einlädt. Bedingt durch die große Anzahl der.. .weiterlesen
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Auf nach Mekka Jeder, der diesen Titel liest, könnte dem Irrtum verfallen, zu vermuten, wir wären zu einer der derzeit trendigen, fernöstlichen Religionen konvertiert. Nichts da! Wenn in Seglerkreisen vom „Mekka der Segler" die Rede ist, dann ist eindeutig COWES gemeint, eine kleine Hafenstadt auf der Isle of Wight im englischen Kanal, die seit jeher als Treffpunkt der
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Oldies on Tour to British Island Wie haben sich die Zeiten geändert. War früher die Frage: Ist genug Bier im Kühlschrank? - heißt es heute: Haste Deine Tabletten genommen? Eine 4-köpfige Senioren-Crew der Sporthochsee-Segler-Gemeinschaft Bocholt- Rhede SGBR startete Mitte Juli zu einem von langer Hand vorbereiteten Segeltörn auf einer 30-Fuß Yacht über die südwestliche Nordsee nach England.
Der langjährige Vorsitzende und Commodore der ... weiterlesen |
Eine "Homage" an die "Port of Spain" Nun ist unsere gute, alte "Port of Spain"" verkauft und wenn man dann mal in einer ruhigen Stunde
darüber nachdenkt und jetzt auch zurück denkt, muss man schon sagen, sie hat uns eine lange Zeit zur Verfügung gestanden, spaß gemacht und sie hat viele, viele Meilen auf Nord- und Ostsee zurückgelegt.
Dieses war aber, das muss ich ausdrücklich betonen nur möglich, durch den Einsatz einiger Weniger, die sich
unter hohem Zeitaufwand für Wartung, Pflege und Instandsetzung eingesetzt haben. ... weiterlesen |
Lisa Willing auf der Dutch Youth 2009
Die Dutch Youth 2009 fand traditionsgemäss in Workum am Ijsselmeer statt. Vom 21. -24. Mai 2009 wurden unter 766 Booten mit 872 Seglerinnen und Seglern in elf Bootsklassen die niederländischen Meister auf vier verschiedenen "Race Areas" ... weiterlesen
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DER ZYKLON
Christi Himmelfahrt, 12.o5.1983. Segelhafen „Bakker“ in Lemmer.
In diesem Hafen war ich mit meiner „CHARADE“ viele Jahre beheimatet. Auch die spätere Vereinsyacht „PORT OF SPAIN“ war hier zu Hause. Nun bietet bekanntlich der Feiertag „Christi Himmelfahrt“ , mit einem Brückentag am Freitag, ein langes Wochenende, das zu einem ausgedehnten Törn geradezu einlädt. Bedingt durch die große Anzahl der Interessenten, wurden vereinsseitig 3 Schiffe hinzu gechartert, sodaß die Crewverteilung auf insgesamt 5 Schiffe vorgenommen werden konnte. So weit, so gut. Es gab einige segeltechnischen Probleme auf den Charterbooten, die aber z.T. mit Bordmitteln behoben werden konnten.
Leinen los,11.45 h, bei frischer Brise, 4 – 5 Bft. aus SW, das bedeutete für den Konvoi: Hoch am Wind hinein in die Lemmer –Bucht, Kurs Medemblik 26o°. Das war bis zum Rotterdamschen Hoek nicht ohne Kreuz zu machen.
Der Konvoi zog sich durch die ständigen Manöver schnell auseinander, blieb aber zunächst in Sichtweite.
Inzwischen nahm der Wind beständig zu, sodaß ich das 1. Reff anordnete.
Nach Passage des Rotterdamschen Hoeks, in freiem Gewässer auf dem Weg nach Medemblik, schien es mir bei einer weiteren Windzunahme -etwa auf 6 Bft. – angeraten, das 2.Reff einzubinden. Ebenfalls wurde die Genua entsprechend tariert. Das Anlegen von Schwimmwesten wurde für alle Crewmembers angeordnet.
Jetzt konnte vermeintlich kommen was wollte, die CHARADE war gerüstet ,lag gut im Ruder, machte weniger Krängung, behielt ihren Speed und zog unter weiteren Kreuzschlägen, ihren Kurs in Richtung Medemblik.
Übrigens: Meine Crew bestand ausschließlich aus Kegelbrüdern und zwar meinem Bruder Hermann, desweiteren Hans, Heinz und Bernd, denn wir machten gleichzeitig unsere private Kegeltour.
Nur mein Bruder Hermann war des Segelns komplett mächtig und war deshalb auch als Rudergänger eingesetzt.
Mittlerweile ging es, bedingt durch die permanente Schräglage und den zunehmenden Seegang, außer meinem Bruder Hermann und mir, den anderen Crewmitgliedern nicht mehr so besonders. Krass: Es kam bei Heinz und Bernd zu einer der drei Varianten der insgesamt 29 Versionen der Seekrankheit: Erbrechen. Wir handelten wie folgt: . Um zu verhindern, daß die beiden ungewollte und unkontrollierbare Handlungen bei der Beseitigung ihrer inneren Probleme begehen, stationierten wir sie, jeweils back-und-steuerbords, kniend in den Ecken des Heckkorbes, den Kopf unterhalb der mittleren Strebe außenbords. Somit waren sie bei den stärker werdenden Schiffsbewegungen relativ gesichert, standen mir und dem Rudergänger Hermann nicht im Wege und hatten für ihr „Geschäft“ allen Platz der Welt. Sorgen bereitete uns der Kegelbruder Hans. Er hielt sich zwischen den beiden Achterstagen stehend an diesen fest, weil er den „weiten Blick“ brauche, um nicht auch das Schicksal seiner beiden knienden Mitsegler zu erleiden. Erst als ich ihm erklärte, daß so ein Stag auch reißen könnte, war er bereit den Standort mit einer Sitzposition unter der Sprayhood zu tauschen.
Wir lagen mittlerweile in Höhe Onderdijk und damit in der Einfahrt zur Medembliker Bucht, sahen die Kirche von Andijk an backbord und Medemblik voraus.
Die an steuerbord liegende Untiefe „de Hoop“ passierten wir mit ausreichendem Abstand, denn der „Haufen“ ist für die „Charade“, mit 1,45 m Tiefgang , bei dort o,9 m Wassertiefe, nicht zu überqueren.
Auf dem weiteren Weg zum Tagesziel, die Untiefe deutlich achteraus, Medemblik im Visier, geschah das Unerwartete: Ich sehe vor mir eine geschätzt 2 m hohe weiße, neblige Wand, die mir komplett die freie Sicht auf Medemblik nahm und rasch näher kam. Ich hatte null Ahnung, was das sein könnte, denn zuvor erlebt hatte ich so etwas oder ähnliches noch nie. Aber intuitiv spürte ich Gefahr auf uns zukommen, die mich veranlaßte, sofort tätig zu werden: Bergen Groß, Einholen Rollfock!! Hermann war blitzschnell am Mast, barg und sicherte das 2-fach gereffte Groß schnell und problemlos auf dem Baum. Probleme hatte ich mit der gerefften Genua: Die Holeleine auf der Trommel war plötzlich zu ende, weil der inzwischen stürmische Wind dafür sorgte, daß das Tuch der Genua in den Umdrehungen während des Einholens zu eng auf das Profilstag gelangte. Es verblieb ein relativ großes Dreieck, das durch das Schothorn mit der Fockschot verbunden war. Aber nicht lange. Es knallte und das Delta der Schot verabschiedete sich über den Bugkorb unter die „Charade“. Sowohl die Arbeits-, als auch die freie Schot, noch jeweils mit den Winschen an backbord und steuerbord verbunden, zeigten eine enorme Spannung. Ich vermutete, daß das Schotdelta sich vor dem Bombenkiel der „Charade“ gefangen hatte, war mir aber nicht sicher, denn bislang waren wir ohne Motor unterwegs. Den aber brauchten wir jetzt ganz schnell und unbedingt, denn unser Schiff wurde zum Spielball der minutiös einfallenden Böen. Was aber wäre, wenn das Delta sich in der Schraube verfangen hätte? Die Schiffsschraube ist durch einen Skeg geschützt, das machte mich zwar zuversichtlicher, aber weiß man`s?
Diese Überlegungen verbrauchten nur Sekunden, denn wir brauchten die Zeit zum Handeln.
Mit gemischten Gefühlen starte ich den Motor, natürlich im Leerlauf. Er ist sofort da, ein sehr beruhigendes Gefühl, jedoch fehlt noch die Sicherheit einer tatsächlich freien Arbeitsschraube. Dann der ultimative Versuch, Gang rein. Über ein alternatives Ankermanöver als letzte Instanz hatte wir bereits gesprochen. Aber er stirbt nicht ab, mehr Gas und er zeigt einwandfreies Schraubenwasser achteraus. Hermann, der wieder das Ruder übernommen hatte, wurde mit dem Schiff durch Wellen und Böen auf den anderen Bug geworfen und ich habe mit dosierter Maschinenkraft versucht, im Zusammenspiel mit meinem Bruder, die „Charade“ auf den alten Kurs zurück zu holen.
Das gelang ,und da sich diese Manöver fortan im Minutentakt wiederholten, erreichten wir beide innerhalb einer halben Stunde eine gewisse Routine und ich erinnere mich, daß wir uns anlächelten, obwohl wir Richtung Medemblik keinen Meter gut machten. Nach wie vor fehlte uns jeder Begriff für die Entstehung diese Tohuwabohus um uns herum. Klar, wir waren in einen Sturm geraten, aber wo war die vorherige Warnung?
Von unseren Geschwaderteilnehmern war niemand mehr auszumachen. Einige mitbetroffenen Schiffe waren zu erkennen. Es wurde rot geschossen. Zuerst erschien ein Hubschrauber über der Bucht, dann ein Flugzeug. Vor Medemblik sichteten wir ein Militärschiff, aber keiner kümmerte sich um uns, denn noch bedurften wir nicht der Hilfe von außen. Das ganze Geschehen spielte sich in einer unglaublichen, nie erlebten Geräuschkulisse ab, die eine normale Unterhaltung am Schiff unmöglich machte. Inzwischen war durch permanent einsteigende Brecher das Fenster der Sprayhood perdu´ und die wild um sich schlagende Rollgenua löste sich langsam aber sicher in ihre Bestandteile auf.
Da ein Ende des Fiaskos nicht abzusehen war, kam die Idee auf, evtl. vor dem Sturm abzulaufen. Der Gedanke wurde schnell beiseite geschoben, weil wir mittlerweile mehrfach erlebt hatten, wenn uns mal wieder eine Monsterböe um 18o° gedreht hatte, daß das Schiff, allein unter Sprayhood 5 kn erreicht, der Hoop dann vor uns läge und wir viel zu rasch auf der anderen Seite des Ijsselmeeres wären, die komplett untief ist, das war uns zu gefährlich. Hier befanden wir uns in „sauberem Gewässer „ und konnten mit Maschinenkraft unsere derzeit sichere Position verteidigen.
Nach 4 Stunden „Hölle“ „flaute“ der Sturm - oder was es auch immer war – auf ca. 8 Bft ab und wir registrierten plötzlich eine, wenn auch allmähliche, Annäherung an Medemblik.
Als wir tatsächlich die enge Einfahrt erreichen, der Chronometer zeigt 18.15 h, stehen hunderte von Zuschauern auf den Mauern und Deichen und applaudieren. Wir haben uns nicht angesprochen gefühlt, waren aber dennoch wohl gemeint und haben uns auf schnellstem Wege im ersten Hafenbereich auf Päckchen verholt.
Hier haben wir uns zuerst einmal um unsere Kranken gekümmert, die 4 Stunden in gebückter Haltung jede Welle mitnahmen, diese und auch die Kälte des Wassers einfach ignorierten, nun aber einer ausgiebigen Pflege bedurften.
Anschließend wurde die zerfetzte Genua geborgen und durch eine Sturmfock ersetzt, die wir an den Stagreitern mit Palstekbändseln am Profilstag anbrachten, denn wir mußten ja auch an die Heimreise nach Lemmer denken.
Zuvor wurden wir von einem holländischen Kriegsschiff passiert und erkannten auf seinem Deck ein Laken, an dessen Ende beschuhte Füße herausragten. Die gesamte Tragik diese Tages haben wir erst sehr viel später erfahren.
Als der Medembliker Hafenmeister uns jedoch informierte, mit welchen Windstärken wir es zu tun bekommen hatten, die wir während unseres Kampfes mit den Naturgewalten so nicht registrierten, meinte Hermann, es sei wohl richtig, zu Hause anzurufen. Dort war die Katastrophe bereits über die Sender gegangen. Die Ehefrau eines meiner Kegelbrüder, ebenfalls des Segelns unkundig, hätte geäußert, als sie im Fernsehen von 12 Windstärken hörte: „Dann hatten sie ja guten Wind!!!“
Das Hydrographische Institut der Niederlande „De Bilt“ berichtete u.a.: Ein Zyklon(Orkan) zog von Frankreich kommend mit Windgeschwindigkeiten von 13o kmh über das Ijsselmeer und richtete bei Seglern, Campern und im Straßenverkehr große materielle Schäden an. Leider waren auch 1o Menschenleben zu beklagen. Eine rechtzeitige Warnung an die See-und-sportschifffahrt war nicht möglich, da die Sturmzelle zunächst eine andere Richtung beschrieb, bevor sie das Ijsselmeer überrannte. Viele Segelyachten, Boote und Windsurfer kamen zu Schaden.
Die Besatzungen der anderen Boote unseres Konvois haben wir sämtlich am Folgetag unversehrt wieder angetroffen. Auch an deren Booten kam es zu Schäden, die jedoch mit Bordmitteln behoben werden konnten. Das Unwetter hatte sie nach Andijk und Oude Zeug verschlagen.
Am 13.o5.1983, 18.3o h, waren alle Charterboote und Crews der SGBR wiederum wohlbehalten im Hafen „Bakker“ in Lemmer fest.
FAZIT:
Es gibt Weltumsegler, die bei all ihren Umrundungen nicht mehr als 8 – 9 Bft erlebten und trotzdem diese Windgeschwindigkeiten als gefährlich für Boot und Besatzung einstuften. Sie raten zu einer ständigen Wetterbeobachtung und Abfrage der Vorhersagen für das befahrene Seegebiet. Außerdem strikte Beachtung der Sicherheitsmaßnahmen, wie anlegen von Schwimmwesten und oder Lifebelts, auslegen von Fangtauen an Steuerbord und Backbord zur Befestigung der Lifebeltschäkel, (Anschäkeln an Reling, Wanten, Stagen oder Handläufen vermeiden) ,Schließen sämtlicher Luken, Fenster und Niedergänge. Wenn trotz Beachtung all dieser Vorschriften Unvorhersehbares eintritt, wie in dem vorstehend geschilderten Fall, Ruhe bewahren, umsichtig handeln, Hektik unbedingt vermeiden, Kommandos knapp und ruhig erteilen, bei gemischten Crews( erfahrene und unerfahrene) spezielle Formulierungen z.B backbord und steuerbord als links und rechts zu verwenden ,denn Schweiß auf der Stirn des Skippers kann von den Mitreisenden falsch gedeutet werden.
Aber eines bleibt unbestritten: Auf See und vor Gericht bist Du in Gottes Hand!!

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Auf nach Mekka |
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Von CHARADE |
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Jeder, der diesen Titel liest, könnte dem Irrtum verfallen, zu vermuten, wir wären zu einer der derzeit trendigen, fernöstlichen Religionen konvertiert.
Nichts da! Wenn in Seglerkreisen vom „Mekka der Segler „ die Rede ist, dann ist eindeutig COWES gemeint, eine kleine Hafenstadt auf der Isle of Wight im englischen Kanal, die seit jeher als Treffpunkt der internationalen Seglerszene gilt.
Allerdings rangierte die Reise dorthin nur als „Plan B“ unserer Törnplanung und nur für den Fall, daß unser eigentliches Reisevorhaben „ zu den Kanalinseln“(Alderney- Jersey-Guernsey) aus welchen Gründen auch immer, fehlschlagen sollte.
Das Schiff: Die 35` SY „MERLIN“ eine Bavaria.

Eigner und Skipper: George Coyle
Crew: Charly, Hermann, Hans und Heinz
Liegeplatz: STAVOREN am Ijsselmeer – Außenhafen.
Die Anreise erfolgte am o9.o8.1996. Der Tag ging drauf mit klarieren, bunkern, segelklar machen und Kojen verteilen und vielleicht abends 1 Bierchen und 1 Cherry?
Am 1o.o8.96 war um o7.ooh Seglertag, zwanzig Minuten später hieß es Leinen los: Kurs Amsterdam. Die Entscheidung über Ijmuiden in die Nordsee zu gehen und nicht über den kürzeren Weg Den Oever, Watten - Den Helder, begründete sich in einer akuten Gewitterstörung. So führte uns der 1.Tag über Enkhuizen, Amsterdam, Nordseekanal, Schleuse Ijmuiden, bis in den „Seaport“, den wir um 18.3oh nach 5o sm erreichten. Leider wurde es, wegen beständiger Flaute oder Schwachwindes, ein kompletter Maschinentag. Wir entscheiden weiter je nach Wetterlage, auch über die Kanalinseln, die wir in der uns zur Verfügung stehenden Zeit nur mit Hilfe einer beständigen Ostwindlage erreichen können. Die aber war auch am 11.o8.96 bei Leinen los um o645h nirgends zu erkennen. Stattdessen blieb uns die Flaute aus Süd erhalten. Damit kam schon „Plan B “ ins Kalkül. So motorten wir mit Kurs 215° Richtung Haaringsvliet. Nach Querung des Fahrweges Rotterdam, weiter nach Sichtzeichen und einer 6sm ! langen Ansteuerung, erreichten wir Stellendam nach 5o sm um 15.3oh. Ein trister Werks-und fischereihafen, mit problematischer Abfenderung an Spundwänden. Einziger Lichtblick: Ein Segler auf einem Nachbarschiff mit Dudelsack: Er vermittelte uns erste „very british or scotish emotions“.
Am Morgen des 12.o8.96 o5.3oh Wecken, Abfahrt wegen Nebels und kompletter Flaute mit Nieselregen auf o8.15h verschoben. Nächstes Reiseziel Nieuweport(Belgien) . Bis 18.45h sind wir nach Sichtzeichen motort, konnten ab dann aber bis 19.2oh unter Vollzeug bis Nieuwport segeln, das wir um 2o.ooh nach weiteren 7o sm erreichen. Für uns ein ganz neues Gefühl, verbunden mit der Hoffnung, daß es so weiter gehen wird.
Aber es kam ganz anders: Norddeich-Radio meldet Starkwind für Deutsche Bucht und südwestliche Nordsee. Aktuelles Wetter am 13.o8.96 in Nieuweport: 6 – 7 Bft. und Schauerböen. Entscheidung : Eingeweht und Liegetag, Spaziergang 7 km bis Nieuwport an Zee und zurück. Abends Windabnahme, Wettervorhersage swl .- Nordsee Nordwest --Nord 4 – 5 Bft, Kanal Nordwest – Nord um 3 Bft. . Das sind mal wieder gute Nachrichten für die Reise zum nächsten Etappenziel: Dover. Zuerst bei gutem Wind aus NNW 4-5 Bft. und starker Restsee mit Vollzeug Richtung Calais (Frankreich), wobei uns die Querung des Fahrweges alle Aufmerksamkeit abverlangte, anschließend Kursänderung und Kanalüberquerung Richtung Dover (England), das gegen 19.ooh vor uns lag, nachdem wir voller Bewunderung zuvor die „ White Cliffs von Dover“ ausmachten.

Markant, die hohe Mauer, die den Hafen umschließt. Vor den beiden Einlässen (Maueröffnungen) -Ost und West – ist unbedingt zunächst der Tower über UKW zu kontaktieren:“ This is Merlin. Permission for entry.“ Die weiteren Anweisungen kommen postwendend. Es kann zu Wartezeiten kommen, wenn Schiffe oder Fähren(Hoover-Craft) – von außen nicht einsehbar – den Hafen verlassen.

Die Einfahrt hat zügig zu erfolgen. Leider war der Tidenhafen überfüllt und so blieb uns nur die Wahl, vor der Schleuse Wellington-Dock auf Einlass zu warten, die entsprechend der Tide erst um 23.15h nach 68 sm erfolgt.
Der 15.o8.96 war als Hafentag fest eingeplant und zur Besichtigung der Stadt und der Sehenswürdigkeiten vorgesehen. So spazierten wir zum „Dover-Castle“

und nahmen an einer Führung durch die Tunnelanlagen teil, die im 2.Weltkrieg durch die Alliierten zur Verteidigung des Kanals und Abwehr einer deutschen Invasion gebaut und genutzt wurden. Imposant wegen ihrer mehrgeschossigen und verzweigten Gestaltung, einschließlich Lager-, Sanitäts- und Kommandogrotten, interessant, besonders für Besucher, die den 2. Weltkrieg noch erinnern, informativ durch eine situationsgetreue Beschallung, die die damaligen Geschehnisse lebensnah und geräuschvoll über Band vermittelte.
Der nächste Morgen begann für uns bereits um o2.4oh (tidenabhängige Schleusenöffnung). Den Hafen verlassen konnten wir jedoch erst um o6.ooh, da in dieser Tidenphase vor der Mole ein Querstrom von 5 kn steht und außerdem starker Nebel unsere Weiterfahrt behinderte. 4 Windknoten aus variablen Richtungen lassen kein Segeln zu und so richten wir uns wiederum auf eine Motorfahrt (mit Groß als Stütz) zum nächsten Tagesziel: Brighten ein, weil sich bei zunehmender Sonneneinstrahlung auch der Nebel lichtete.
Etwa 14.ooh erreichten wir Beachy Head, weiße Klippen, subjektiv noch imposanter als die von Dover, zumal bei diesem strahlenden Sonnenschein.

Gegen 15.ooh passieren wir den O° - Meridian. Den Wechsel von östlicher zur westlichen Länge haben wir mit einem Bierchen gefeiert und um 16.ooh waren wir, nach 6o sm im Hafen von Brighten fest.
17.o8.96 - o7.ooh – Wetterbericht: umlaufend 3 Bft oder weniger, schön aber Nebel.
Auf dem Schenkel zur Isle of Wight nach Cowes, das Ziel unseres Planes B, erneut Motor mit Groß als Stütz und unter genauester Beachtung der Wegezeichen, denn Untiefen mit o, 9 m Wassertiefe waren zu passieren.
Nach der Ansteuerung in den Solent – dem englischen Ijsselmeer – kam etwas Wind auf 6- 1o kn aus SSO – und nahm uns – jetzt als Segler – auf in die Gemeinschaft der unzähligen Segelboote und Yachten, die den Solent bevölkerten. Aufmerksamkeit war aber auch der Großschifffahrt und den zahlreichen Fähren zu widmen. Dieser Segelschlag brachte uns zur Ansteuerung Cowes, das sich uns völlig überfüllt präsentierte. Aber wir waren um 17.ooh angekommen, nach 5o sm und nahmen mit dem „Päckchen“ am East Coast Sailing Club vorlieb.

Denn für spätere Exkursionen standen Wassertaxis bereit. So haben wir Cowes als wirklichen Schmelztiegel internationaler Segelfreaks erlebt. Unser Hauptanliegen – die Kanalinseln - rückte aber leider in weite Ferne. Bei gutem Wind aus dem östlichen Quadranten hätten wir es von hier aus – nach Passage der Needles – mit dem Alderney-Race, einer Strömung, die uns die ca. 8o sm mit zusätzlichem Speed von etwa 8 kn quasi hingeschossen hätte, noch schaffen können, aber dem war leider nicht so. Stattdessen hakten wir dieses Thema endgültig ab, weil uns auch die Zeit für eine Rückreise von den Kanalinseln mittlerweile davon gelaufen war und entschieden uns am 18.o8.96 für eine Überquerung des Solent nach Portsmouth unter Motor.( 1o sm ) Hier bot das Schifffahrtsmuseum was für die Augen. Wir besichtigten berühmte Segelschiffe aus dem 19. Jahrhundert, die mit der sprichwörtlich britischen Akribie penibel restauriert worden waren:

Die VICTORY die MARY ROSE die WARRIER
Ab 19.o8.96 begann unser Rückweg. Es war vereinbart, jeweils andere Häfen anzusteuern. Um o7.ooh Start zum nächsten Tagesziel New Havn, oberhalb von Brighten. Ankunft dort um 13.4oh, aber der Hafen war geschlossen „ because lowwater“. Also auf dem Absatz zurück nach Brighten, wo wir nach 53 sm um 16.3oh fest waren.

Der Abend wurde gigantisch, nachdem wir die nicht enden wollende Promenade abmaschiert waren und ein Restaurant betraten, mit italienischem Flair.
Kanal 67 meldete für den 2o.o8.96 und das englische Küstengebiet 3 Bft. oder minder aus West, Schauern. Norddeich Radio hingegen: Östlicher Kanal West um 4, Gewitter.
Aktuell aber herrschte Totenflaute bei einsetzendem Nieselregen. Auf der Fahrt zurück nach Dover herrschte zwar Flaute, jedoch der Strom gab uns jede Menge Bonus, so daß wir unser Tagesziel nach 6o sm in 9 Stunden erreichten. Um 17.3oh lag die Merlin an der „waiting area“ fest. Dieser Abend verlief gesittet, denn am nächsten Tag wartete ein langer Schlag, entweder nach Nieuwport oder weiter nach Blankenberge, wenn der Strom weiter mitspielte. Der Wind am 21.o8.96 jedenfalls tat es nicht. 1 Bft aus SW. Start um o6.15h unter Motor und Groß als Stütz. Die Querung des stark befahrenen Zwangsweges verlief problemlos. Auch sonst kamen wir gut voran und entschieden uns für Blankenberge, das wir um 2o.ooh nach gut 8o sm erreichten. Der Hafen war dicht und so gingen wir bei einem Wiesbadener Segler längseits. Wir waren ziemlich müde. Deshalb nach einem kurzen Besuch im Yachtclub ab in die Kojen, um für den morgigen Schlag von rd. 6o sm gerüstet zu sein.
Leinen los o8.3oh am 22.o8.96. Ein herrlicher Segeltag bringt uns unserem Tagesziel Scheveningen näher. Allerdings steht uns der Strom entgegen, so daß wir uns ab 17.ooh wegen der noch erheblichen Strecke, für die Maschinenfahrt entscheiden.
Aufregend war diesmal die Überquerung des Fahrweges Rotterdam: Es herrschte viel Verkehr, 4 Fähren verließen z.B. auf einmal den Hafen und blockierten unseren Weg.
In Sicht von Scheveningen kurze Diskussion über eine womögliche Weiterfahrt bis Ijmuiden, aber wir verzichten. In Scheveningen, mit einem schönen Hafen inmitten der Stadt, waren wir nach 75 sm um 21.ooh fest. Wir erlaubten uns noch einen Absacker in einer typischen Hafenkneipe und machten uns dann, allerdings zu fortgeschrittener Stunde, vom Acker.
Darum beginnt der nächste Morgen endlich einmal wieder moderat. Nach opulentem Frühstück Abreise um 1o.ooh zur besten Seglerzeit und in der Gewissheit, einen furiosen Segeltag vor uns zu haben. Mit 4 Bft. aus Süd beginnt eine Rauschefahrt mit einem Spitzenspeed von gemessenen 8,2 kn ,vorbei an Katwijk, Noordwijk und Zandvoort nach Ijmuiden, wo wir unter Fock mit noch 6 kn Fahrt um 13.3oh in den Vorhafen einlaufen. Nach dem Schleusenvorgang gegen 15.ooh setzen wir auf dem Nordseekanal unsere Heimreise fort und machen um17.ooh im Amsterdamer Sixthaven fest. 39 sm mußten wir dazu bewältigen. Ein abendlicher Stadtbummel ist obligatorisch.
Und der hatte es in sich und nötigte uns eine etwas ausgedehntere Ruhephase ab. Start zum letzten Schenkel dieser Reise o9.15h. Es steht ein Südwester um 6 Bft.. Nach Passage der Orange-Sluis und der Eisenbahnbrücke erreichen wir Spitzenspeed von 9 kn d.W. platt vorm Laken, Fock ausgebaumt und Großbaum durch Bullentalje gesichert, und liegen gegen 14.ooh vor der proppenvollen Schleuse von Enkhuizen. Obwohl George sich einen Rüffel wegen angeblichen Vorkriechens einfing, war der Schleusenvorgang um 15.ooh abgeschlossen. Auf dem Anflug nach Stavoren stand nur noch die Fock, die uns immerhin noch 5,5 kn nach vorne brachte. Als uns auf den letzten Metern noch ein Gewitter voll erwischte, dessen Böen die Merlin auf 7 kn brachten, war unsere Reise mit dem Boxenmanöver um 17.3oh nach versegelten und motorten 7o3,1 sm zuende.
F A Z I T
Es war schon richtig, daß wir von Beginn an eine Alternative bereithielten. So konnten wir problemlos auf Plan B umschalten, ohne daß auch nur ansatzweise der Spaß an der Reise verloren ging. Außerdem beweist dieser Törn die Möglichkeit, bei richtiger Planung, täglich einen anderen Hafen anzulaufen und damit viele neue Eindrücke mitzunehmen. Ausgesprochen wichtig ist bei Befahren des Englischen Kanals auch die Strom-Navigation, die letztlich über eine langsame oder schnelle Reise mit entscheidet.

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In Nostalgie über die Nordsee |
Wie haben sich die Zeiten geändert. War früher die Frage: Ist genug Bier im Kühlschrank? - heißt es heute: Haste Deine Tabletten genommen? Eine 4-köpfige Senioren-Crew der Sporthochsee-Segler-Gemeinschaft Bocholt- Rhede SGBR startete Mitte Juli zu einem von langer Hand vorbereiteten Segeltörn auf einer 30-Fuß Yacht über die südwestliche Nordsee nach England.
Der langjährige Vorsitzende und Commodore der SGBR, Karl Rademacher, 70, hatte die Gründungsmitglieder Herbert Wissing, 70, Hermann Rademacher, 66, und den aktuelle Pressewart Rudi Teriete, 66, um sich geschart, um diese Segelreise zu planen und zu organisieren.
Am 16. 07. verließ die SY CHARADE den Ausgangshafen Lelystad am Ijsselmeer. Auf dem Zubringerschlag gings durch die Markerwaard und den Nordseekanal durch die Seeschleuse in den "Sea-Port Ijmuiden".
Wegen Beachtung und Nutzung des Tidenverlaufs begann der Segeltag bereits um 4.00 Uhr früh zum Einlaufen in die südwestliche Nordsee.
Bei ausgezeichneten Wetter und moderatem Wind aus der richtigen Richtung segelte die CHARADE zügig den Weg nach Harwich, der ersten Grobansteuerung an der englischen Küste.
Auch die durchsegelte Nacht überstanden die 4 "älteren Herren" in bester Stimmung und guter Verfassung; denn es waren 120 Seemeilen zu bewältigen.
Eingefleischten Landratten ist das überwältigende Erlebnis einer Segelnacht auf freier See unter sternenklarem Himmel überhaupt nicht zu beschreiben. Selbst für unsere routinierten Segelfreaks mit den entsprechenden navigatorischen Fähigkeiten, (3 mal SHS, 1mal Amtl SpbFS und BR) war es wieder sehr beeindruckend, nach 25 Stunden auf See die Einsteuerung "Shipswash-N" in die England vorgelagerten "Watten" in den frühen Morgenstunden im Bugkorb auszumachen.
Für uns auch erfreulich und beruhigend: Unsere insgesamt 272 Jahre alten Ohren hörten deutlich die Glockentöne dieser Ansteuerungstonne.
Im Zielhafen "Woolverstone-Marina" gönnte sich die Crew eine dreitägige Erholungspause. Ein Stadtbummel durch Ipswich, einer 300.000 Einwohner zählenden Stadt am River Orwell, ein Besuch im berühmten "Pints-Mill", einem typisch englichen Pub rundeten den Aufenthalt in England ab.
Am letzten Freitag dann hieß es "Fairwell-England" und nach weiteren 33 Stunden und 370 versegelten Seemeilen machte die "Altherren-Crew" müde aber wohlbehalten und bepackt mit unvergesslichen Eindrücken im Heimathafen Flevo-Marina am Ijsselmeer fest.
Es war alles prima gelaufen, und eine "Griesen-Sitzung" war zu keiner Zeit notwendig.


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Eine "Homage" an die "Port of Spain" |
| Ein Reisebericht von Hermann Rademacher |
Nun ist unsere gute, alte "Port of Spain"" verkauft und wenn man dann mal in einer ruhigen Stunde
darüber nachdenkt und jetzt auch zurück denkt, muss man schon sagen, sie hat uns eine lange Zeit zur Verfügung gestanden, spaß gemacht und sie hat viele, viele Meilen auf Nord- und Ostsee zurückgelegt.
Dieses war aber, das muss ich ausdrücklich betonen nur möglich, durch den Einsatz einiger Weniger, die sich
unter hohem Zeitaufwand für Wartung, Pflege und Instandsetzung eingesetzt haben.
Ausdrücklich herzlichen Dank dafür.
Ich habe die Port of Spain schon unter dem früheren Eigner gekannt und wir haben einige gemeinsame Törns gefahren, darunter 2 oder 3 mal nach England im Convoy. Dann war mein Dienstposten verständlicher weise immer auf der Charade. Aber diese Convoy-Törns haben unheimlichen Spass gemacht. Die Tage in Lowstoft, Ipswich und London, die Abende in den englischen Häfen bleiben unvergessen.
Bei diesen Törns lagen aber immer Westkurse an. Aber auch Nord- u. Nordostkurse Richtung Helgoland und den nordfr. Inseln ist die Port of Spain gelaufen.
Let's go east!
Ost-Kurse verbunden mit Ostseewasser unter dem Kiel hatte die Port of Spain meines Wissens nur einmal.
Das war im Jahr 2002. Mit einem bisschen Stolz sage ich heute, und ich war dabei.
Die Vorgeschichte war folgende:
Auf einem Istrien-Törn fragte mich H. Peschkes:"Hermann, ich möchte mal auf die Ostsee möglichst in die Schären und nach Stockholm.
4-Wochen hat mir meine Familie zugestanden. Bist Du dabei"? Ich sah Elisabeth Peschkes, die mit an Bord war fragend an und sie nickte zustimmend. Dann sah ich meine Frau, Doris, an, die ebenfalls an Bord war, es war schönes Wetter, und da mochte sie wohl nicht nein sagen. Da waren es schon 2. Heinrich Lücking hatte schon im Vorfeld mal gesagt, er sei dabei, wenn es denn zustande käme. Es kam und so waren es denn 3.
Die Planungen begannen und es stand schnell fest, 4 Wochen ist eine Menge Zeit, aber Stavoren-Stockholm-Götha-Kanal-Göteborg-Stavoren ist in der Zeit nicht zu machen. Aber die Strecke ab Kiel bis Kiel in 4 Wochen, das ist zu machen.
Wir haben uns bemüht eine Crew zu begeistern, das Boot nach Kiel zu bringen. Hat nicht geklappt. Eine Crew, die das Boot von Kiel wieder bis Stavoren gebracht hätte fand sich auch nicht. So haben wir den Plan geändert, Stockholm abgehakt und uns auf ein Muss geeinigt. Ystad an der südschwedischen Küste, gelegen zwischen Trelleborg und Käseberga im Landesteil Schonen, muss besucht werden. Alles andere kann.
Ystad ist ein sehr schönes Städtchen und ausserdem Heimatort von Kurt Wallander, dem Kommisar in Henning Mankells Romanen, Er ist einer der Lieblingsschriftsteller von Hans und heute auch von mir.
Mit Engelbert Flaswinkel als weiterem Crew-Mitglied waren wir dann komplett und starteten, nach Wochen vollgepackt mit intensiven Vorbereitungen und Planungen, am 24.Juni 2002. Bei Engelbert gab es noch ein Problem. Er war in den frühen Planungen noch nicht eingebunden und hatte genau in der Zeit des Törns auf einem Samstag eine Fete mit vielen Leuten bei sich zuhause arrangiert, bereits eingeladen und alle Vorbereitungen getroffen. Bier und Essen war schon bestellt. Ein Zurück gab es nicht mehr.
Nie habe ich deutlicher den Wahrheitsgehalt des alten Sprichwortes:
wo ein Wille ist da ist auch ein Gebüsch, erfahren.
Engelbert war mit an Bord und die Fete ist nicht ausgefallen. Wie das geht? Ihr werdet es erfahren.........
Wir haben, man muss bei der Planung ja an alles denken, den Juni für unseren Törn gewählt, weil da die Nächte kurz und in der Regel auch hell sind. Uns war uns bewusst, dass wir natürlich einige Nächte auf See verbringen würden.
So standen wir nun am Montag, den 24.6.02 bei Heinrich Lücking vor der Tür. Heinrich hatte für uns eingekauft, und wir wunderten uns, dass alles das, was wir brauchten nicht in den extra gemieteten Rover passen wollte, einschliesslich 5 Mann. 4 Crew-Members und Heinz Meteling, der uns dankenswerter weise zum Boot gebracht und wieder abgeholt hat. In diesem Zusammenhang finde ich es besonders bemerkenswert, dass dieser Törn
nur von Mitgliedern unserer SGBR gefahren wurde.
Am Nachmittag waren wir dann in Stavoren und haben das Boot für uns klar gemacht. Natürlich hatten wir auch eine Rettungsinsel gechartert und haben sie, vor dem Mast vertäut und vom Verein moderne Navigationsmittel an Bord übernommen. Kurz vor 17Uhr war alles verstaut und gebunkert.
Um 17Uhr30 haben wir den Liegeplatz verlassen, haben geschleust und in den Aussenhafen verholt.
Unabhängig von den Schleusenzeiten in Stavoren konnten wir dann am kommenden Morgen rechtzeitig auslaufen um die richtige Schleusung in Kornwerdersand zu bekommen und um dann die Gezeiten entsprechend zu nutzen.

Stavoren - Cuxhaven 25.6.02 - 27.06.02
Am Dienstag, den 25.6.02 um 06Uhr50 hieß es Leinen los und ab ging die Reise zu unserem 1. Etappenziel: Yachthafen Cuxhaven
Um auf der sicheren Seite zu sein, hatten wir uns den Kurs nicht zwischen dem Festland und den Inseln, sondern aussen herum gewählt. 09Uhr30 waren wir in Kornwerdersand und haben geschleust. Ab 10Uhr 15 hatten wir reines Nordseewasser unter dem Kiel.
Gegen 13Uhr hatte die Port of Spain ihre Nase zwischen Vlieland und Terschelling durchgesteckt. Allmählich ging es dann auf den Generalkurs den wir für uns zwischen den Inseln und der südl. Begrenzung des VTG gelegt hatten. Wie erhofft wurde die 1. Nacht an Bord nicht richtig dunkel. Während die Sonne noch achteraus unterging stand der Mond schon über Steuerbord am Himmel. Es war eine schöne Segelnacht. Bis wir Cuxhaven jedoch erreichten wurde es noch einmal Nacht. Genau 10 Minuten nach Mitternacht also am 27.6. um 00Uhr 10 nach mehr als 42 Std. machten wir in Cuxhaven fest.
Wir hatten Windstärken zwischen 4 u. 6 Bft aus westl. Richtungen die vor allem in der Elbmündung schon für richtigen Seegang sorgten.
Schon weit vor der Elbmündungen haben wir das Schott zum Niedergang ganz dicht gemacht. Die Wellen, die achterlich kamen haben uns zuerst ein bisschen besorgt gemacht und wir dachten eine könnte mal einsteigen. Nachdem die Port of Spain das Heck immer artig hochnahm und die Wellen darunter durchliefen,
haben wir uns, mit der geboten Achtung, schnell daran gewöhnt.
Cuxhaven - Brunsbüttel 27.6.02 - 29.6.02
Nachdem wir in Cuxhaven festgemacht hatten, haben wir uns trotz Mitternacht in die Plicht gesetzt und 2 oder 3 "Blickskes" Bier getrunken. Man ist zwar totmüde aber schlafen kann man nicht. Die Erlebnisse sind zu komplex. Gegen 3 Uhr sind wir dann in die Kojen. Um 14Uhr15 wieder ausgelaufen und nach Brunsbüttel in den NOK .
Bei heftigem Regen und stürmischen Winden sind wir am 28.2. 8.00 Uhr nach Kiel ausgelaufen. Nach kurzer Zeit wurde die Sicht derart schlecht, dass wir die ca 3/4 sm vor uns liegende große Brücke über den NOK nicht mehr sehen konnten. Wir drehten um und machten in Brunsbüttel den 1. nichteingeplanten Hafentag. Und das im Kanal. Es kamen, Gott sei Dank, nur noch 2 hinzu.
Brunsbüttel - Kiel 29.6.02 - 30.6.02
Startzeit wieder 8.00 Uhr. 17Uhr40 konnten wir in die Schleuse Kiel-Holtenau einfahren. Kurze Zeit später lagen wir im Yachthafen "Segelbrücke" fest.
Wettermässig war zwischen Regen, Wind und Sonne alles dabei. Ca. 50 sm auf dem Kanal manchmal toll und wunderschön und manchmal langweilig. Heinr. Lücking, der in seiner Jungend hier zu Hause war spendierte ein Glas Sekt für jeden "auf die Kanalfahrt". Grund dafür, er habe als Kind oft am Ufer gesessen und davon geträumt, den Kanal mal selbst zu befahren. Jetzt war es soweit. Der 30.6. war der 2. ungeplante Hafentag. Dafür gab es 2 Gründe. Der 1. Grund war ein wirklich schlechter Wetterbericht, der 2. Grund war das Weltmeisterschafts-Endspiel Deutschland - Brasilien. Es ist uns wirklich nicht schwer gefallen in Kiel zu bleiben.

Kiel - Ystad/Schweden 1.7.02 - 2.7.02
Kiel Radio hatte uns auf Kanal 23 im Wetterbericht wissen lassen, das es wieder 6-7 Windstärken geben könnte aber aus der richtigen Richtung und abnehmend. Der Wind war am Morgen noch um 5 Windstärken und damit wir nicht noch einen Tag liegen bleiben, wollten wir mindestens Fehmarn erreichen.
09Uhr30 machten wir die Leinen los und segelten durch die Kieler Förde in Richtung Fehmarnsund-Brücke. Das Fahrwasser führt jedoch durch das Bw-Schießgebiet und die übten auch in der Ferienzeit. Ein Boot kam und forderte uns freundlich zur Kursänderung auf und dieser Kurs ging eine lange Zeit in Richtung Gedsar/DK bevor wir wieder Kurs Fehmarnsund aufnehmen konnten. Gedsar lag aber auf unserem Generalkurs und so entschieden wir kurzfristig, wir gehen direkt nach Gedsar. Es war bereits Nacht geworden als wir vor Gedsar lagen. In den Sporthafen wollten wir nicht denn die Fahrrinne ist zwar betonnt aber nicht befeuert und beidseitig mehr als untief. In den Haupthafen durften wir nicht. So viel die nächste Entscheidung. Jetzt geht’s weiter nach Ystad.
Diesen kleinen schönen Hafen an der schwedischen Südküste, unser Muss, erreichten wir am 2.7.02 und lagen um 15Uhrfest. Der nächste Tag war ein geplanter Hafentag. Wir erholten uns ein bisschen, besuchten die Stadt und wandelten auf den Spuren von Inspektor Wallander.

Ystad - Kopenhagen 4.7.02
Die Pflicht "Ystadt" hatten wir erreicht und auch den östlichsten Punkt unseres Törns. Nun folgte die Kür. Als Heimatkurse hatten wir überwiegend Westkurse und da braucht man mehr Zeit und die hatten wir nun.
In Tagesetappen ging es weiter. Früh aufstehen am 4.7. Leinen los 4Uhr 15. Der Küste entlang an Trelleborg vorbei. 10Uhr 45 Falsterbokanal. Von dort weiter nach Kopenhagen. Im Margarethenhafen 15Uhr30 fest.
05.07.2002 Geplanter Hafentag. Wir haben Kopenhagen besichtigt.
Engelbert hatte seine wichtigsten Dinge dabei. Geld, Pass und Rasierzeug.
Als wir am Bahnhof waren ist Engelbert in den Zug gestiegen und nach Bocholt gefahren, damit seine Fete nicht platzt. Wir haben ihm versprochenihn in Cuxhaven wieder an Bord zu nehmen.
Kopenhagen - Rödvig 6.7.02
Von 09Uhr30 bis 16Uhr30 dauerte der Tagestörn nach Rödvig

Rödvig - Klintholm auf Mön 7.7.02
Von 09Uhr15 bis 15Uhr30 ca. 30 sm
Klintholm - Gedsar/Falster 8.7.02
Tagesetappe 36sm von 0915 bis 17Uhr45
Gedsar - Rostock 9.7.02
In deutschlands Osten auf eigenem Kiel waren wir alle noch nicht. Wir nutzten die Gelegenheit und passierten gegen 17Uhr30 die Einfahrt Warnemünde und machten in Rostock etwas vor der Innenstadt in der Koch-Marina fest. Die City von Rostock ist schon toll und einen Besuch wert. In der Einfahrt Warnemünde haben wir über Funk unser Bocholter Patenschiff, das Schnellbboot, "Seeadler" gerufen, dass hier ihrem Heimathafen hat.
Die Jungs haben sich aber nicht gemeldet. Sie haben sich wohl um den Bestand ihrer Kombüse und den Vorrat an Kajumbelwasser gesorgt.

Rostock - Burgtiefe/Fehmarn 10.7.02
Um 9Uhr15 haben wir Rostock verlassen. Eigentlich wollten wir noch Wismar mitnehmen. Haben die Idee aber fallen lassen, damit wir, wenn das Wetter mal nicht so mitspielt, einen Tag Luft haben. Hat sich im Nachhinein auch als gut herausgestellt. Bis zum Abend hatten wir sehr schönes Wetter leider auch mit wenig Wind. Um 17Uhr30 haben wir in Burgtiefe festgemacht. Am Abend selbst hatten wir über Stunden ein sehr schweres Unwetter. Wir haben selbst festliegend nicht schlafen können und uns um die Festmacher gesorgt.
Burgtiefe - Marsholm 11.7.02
Vom gestrigen Unwetter nichts mehr zu sehen. Blauer Himmel und ein Wind um die 4 Bft begleitet uns auf dem Weg zur Schleie. Der Bundeswehr sind wir durch Umsegelung des Sperrgebietes nicht mehr ins Schussfeld geraten. Fast 50 sm sind es dadurch geworden und es war bereits 19Uhr40 als wir ins Logbuch eintragen konnten. Port of Spain fest.
Marsholm - Kiel 12.7.02
Ein erholsamer Tagestrip von 10 bis 15Uhr
Kiel - Brunsbüttel 13.7.02
Kanalfahrt von 08Uhr45 bis 19Uhr15. Unterwegs gab es eine Engstelle. Hier war ein Frachter gekentert, leider auch mit einem Toten. Die Meldung von dem Unfall hörten wir im Raume Kopenhagen. Der Kanal war da wohl ganz gesperrt. Wir wollten alle 4 nicht darüber nachdenken was wir gemacht hätten, wenn das bis zur Bergung des Frachters so geblieben wäre.

Brunsbüttel - Cuxhaven 14.7.02 - 16.7.02
Um 8Uhr sind wir zum Schleusen ausgelaufen und zur Sportschleuse gefahren. Zur gleichen Zeit lief in die Haupt(Norder)schleuse eine Kreuzfahrtschiff ein. Da wohl ein 2. Schiff nicht mehr hineinpasste wurden die Sportboote in die Norderschleuse gerufen. Wir hatten das Vergnügen als erstes Boot neben der "Black Watch" festzumachen. Die gemeinsame Fahrt Elbabwärts war nur kurz. Um 12Uhr10 lagen wir wieder im Sporthafen von Cuxhaven.
Der 15.7. war wieder ein geplanter Hafentag. Wir haben unser Versprechen eingelöst und Egelbert wieder an Bord genommen. Ab der Mittagszeit gehörte er wieder zur Crew.
Cuxhaven - Helgoland 16.7.02
Damit wir den Gezeitenstrom richtig erwischten war die Auslaufzeit auf 6Uhr festgelegt. Es war ein schöner Segeltag mit dem richtigen Wind. Wir hatten gute Sicht doch Helgoland selbst lag tief im Dunst. Wir konnten die Insel erst richtig erkennen als wir schon fast da waren. Bei schönem Wetter ist immer so, haben wir ins sagen lassen. Es war 13Uhr15 als der Eintrag erfolgte: Helgoland Südhafen, fest.

Helgoland - Borkum 17.7. - 18.7.02
Die letzte Etappe des Törns schien wieder unruhig zu werden. Der Wetterbericht sagte uns mit NO eine gute Windrichtung aber auch 6 Windstärken voraus. Wir hatten geplant Vlieland anzulaufen um von dort wieder ins Ijsselmeer zu gehen. Der Generalkurs verlief diesmal nördlich des VTGs gut ausserhalb des Tonnenstrichs. Rechtzeitig vor Vlieland wollten wir das VTG queren und auf Vlieland zulaufen. Es kam mal wieder anders. Wir hatten Helgoland um 9Uhr verlassen. Gegen 18Uhr30 hatten wir die FwTn TG4 an Bb querab und es stand eine ordentliche See. Während ich die Position in die Karte eintrug hörte ich eine Wetterwarnung der NL-Coast Guard die uns für den nächsten Tag zunehmend 7 vorhersagte. Mit dieser Windstärke, vielleicht dann auch mit 8 Bft, wollten wir nicht durch das Gat zwischen Terschelling und Vlieland in die Wattengebiete einlaufen.
Nach Hafen-Handbuchinformation, dass man Borkum bei fast jedem Wetter anlaufen kann, entschieden wir uns kurzfristig dafür, änderten den Kurs, querten das VTG und hatten jetzt Borkum im Bugkorb voraus. Für die Ansteuerung schalteten wir unser GPS und den Laptop ein. Das GPS stellte sich zum erstenmal
stur und konnte keine Satelitten finden. Jetzt hätten wir es wirklich mehr als gut gebrauchen können. Wir navigierten also nach Karte und Kompass weiter. Die Sicht war gut und die Nacht wieder einigermaßen hell aber die Wellen hoch. Kurz nachdem wir die Fischerbalje an Bb hatten und sie uns weisses Licht zeigte
konnten wir den Kurs nach Bb ändern und die Hafeneinfahrt war nicht mehr weit. Wir waren froh in den geschützten Hafen einzulaufen. Scheinbar unser GPS auch. In der Hafeneinfahrt hatte es die Satelitten endlich wiedergefunden.
Am 18.7.02 um 02Uhr lagen wir im Hafen fest. Auch hier wieder 1-2-3-Blickskes und 2 Stunden bis zum Einschlafen. Den Tag haben wir genutzt um Kartenmaterial für die Stehende-Mast-Route zu kaufen und um die Insel zu besichtigen.

Borkum - Delfzijl - Stavoren 19.7.02 - 21.7.02
Zur nachtschlafende Zeit von 04Uhr45 Leinen los Kurs Delfzijl. 0930Uhr haben wir bereits in Delfzijl geschleust. Die Tore zur Nordsee haben sich hinter uns geschlossen. An diesem Tag sind wir noch bis Zoutkamp vor dem Lauwersmeer gekommen. Ab 19Uhr ging's nicht weiter. Die Brücken öffneten nicht mehr. Der 20.7. brachte uns bis vor die Brücke von Jeltesloot. Sonntag, 21.7.02 Uhrzeit:11Uhr40 so steht es im Logbuch lief die Port of Spain wieder in ihren Heimathafen in Stavoren ein.

Nach 4 Wochen, 1040 sm, vielen Erlebnissen und vielfältigen Eindrücken waren wir wieder zu Hause.
In der Stb-Saling wehten die 3-Gastlandflaggen NL/DK/Schweden. An Bord waren immer noch vier Freunde. Das macht mich auch stolz, denn jeder der schon mal länger unterwegs war weis auch, das so ein Boot sehr eng ist und keinen persönlichen Freiraum bietet. Da muss eine 3 auch gerade sein dürfen. Ich führe das natürlich auf die guten zwischenmenschlichen Beziehungen aber auch nicht zuletzt auf das problemlose Verhalten unserer Port of Spain zurück, die uns nie Schwierigkeiten und Stresssitiationen bereitet hat .Bei überwiegenden Windenstärken zwischen 4 bis 7 Bft war Sie uns immer ein sicherer Partner. Sie und dieser Törn werden immer zu meinen schönsten Segelerinnerung gehören. Ich wünsche ihr auch unter der neuen Flagge immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel.

Hermann Rademacher

Lisa Willing auf der Dutch Youth 2009
Die Dutch Youth 2009 fand traditionsgemäss in Workum am Ijsselmeer statt. Vom 21. -24. Mai 2009 wurden unter 766 Booten mit 872 Seglerinnen und Seglern in elf Bootsklassen die niederländischen Meister auf vier verschiedenen "Race Areas" ermittelt.
Jugendliche aus 19 Nationen absolvierten bei Windstärken zwischen 4 und 5 Bft in den 4 Tagen bis zu 10 Läufe.
Sportlerinnen und Sportler aus China, Singapur, von den karibischen Inseln sowie aus fast allen europäischen Ländern lieferten sich spannende und faire Wettfahrten auf dem Wasser.
Von der SGBR aus Bocholt war auch diesmal wieder Lisa Willing mit am Start. In ihrer Bootsklasse Splash mit 181 Startern belegte sie in der Silver Fleet einen achtbaren 28. Platz. Diese Platzierung ist eine hervorragende Ausgangsbasis für die German Open in der nächsten Woche auf dem Möhnesee und die im August stattfindende Weltmeisterschaft in Pwllheli in Wales, Südwestengland. In diesem Revier finden auch während der olympischen Spiele 2012 in England die Segelwettkämpfe statt.
Die SGBR freut sich mit Lisa Willing über diese gute Platzierung und drückt ihr natürlich für die beiden kommenden Wettkämpfe die Daumen.
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Bild 1: Nach anstrengenden Stunden auf dem Ijsselmeer eine ruhige Einfahrt nach Workum. 2. v. links, Lisa Willing von der SGBR |
Bild 2: Ein herrlicher Anblick während der Regatta auf dem Ijsselmeer |
Die alten Segel-Stadtmeister sind auch die neuen.
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Bei der Klumpenregatta, die am Wochenende auf dem Bocholter Aasee von der Sporthochsee-Seglergemeinschaft Bocholt Rhede als dritter Lauf der Stadtmeisterschaft ausgetragen wurde, waren Seglerinnen und Segler aus Mönchengladbach, Arnsberg und Borken nach Bocholt angereist. Die Pokale blieben aber in Bocholt, wo die Bocholter Seglerinnen und Segler ihre Revierkenntnisse vor heimischen Publikum ausspielen konnten.
Die Witterungsverhältnisse hatten alles, was zum Segeln dazugehört. Von fast Flaute bis zu gutem Wind; Sonnenschein und Regen war alles vorhanden.
Erfreulich groß war wieder die Zahl der Jüngstenboote. Auch die Kinder, die vor einigen Monaten das Segeln auf dem Aasee gelernt hatten, waren mit viel Freude und Engagement bei der Sache. |
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In der Jüngstenklasse sicherte sich Janine Richter vom Bocholter Yachtclub den 3. Platz. Annika Schepers vom Bocholter Wassersport-Verein segelte auf Platz 2, und Björn Willing belegte den ersten Platz. Damit erreichte er auch den ersten Platz und wurde Stadtmeister 2009 in der Jüngstenklasse. Paul Brünenberg als Sprecher der IG-Aasee überreichte in Anwesenheit der Vorsitzenden des Stadtsportverbandes, Elke Küppers diese Pokale.
In der Regatta-Klasse gingen die ersten beiden Plätze an die Familie Hengstermann vom BOH-YC. Platz eins gewann Andreas Hengstermann und Johannes Rösing; Platz 2 geht an Anne und Marleen Hengstermann. Platz 3 belegten Thomas Nießing und Joshua Boland vom BWV.
Für Andreas Hengstermann und seinem Vorschoter reichten die Punkte dann wieder zur Stadtmeisterschaft 2009.
Ebenso für Anne Hengstermann und ihre Schwester Marleen gabs den Pokal des Stadtmeister 2009. |
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Die Siegerehrung in der Fahrtenklasse sah auf Platz 3 Josef Nienhaus und Irmgard Albers.
Platz 2 belegten Nico Paus und Ralf Nierfeld vom BOH-YC. Und den Siegerpokal mit Platz 1 holten Thomas Benning und Martin Pflug, beide BOH-YC.
Die ersten 3 Plätze bei der Klumpenregatta teilten sich die 3 Bocholter Segelvereine.
Thomas Benning und Martin Pflug BOH-YC siegten in dieser Klasse. Auf den 2. Platz segelten Walter Ronsdorf und Jörg Honsel beide BWV. Platz 3 ersegelten sich Mathias Schmänk und Kristin Nienhaus, beide SGBR. Der Vorsitzende des ausrichtenden Vereins SGBR Rolf Albers überreichte mit dem Regattaleiter Sven Goetjes die Trophäen. |
Die aus allen drei Läufen bei der Stadtmeisterschaft errechneten Punkte brachten in der Regatta-Junioren-Klasse für Anne und Marleen Hengstermann die Stadtmeisterschaft 2009.
Thomas Nießing und Joshua Boland errangen Platz 2 und Lisa Willing von der SGBR belegte Rang 3.
Paul Brünenberg dankte der SGBR für die wiederum hervorragend organisierte Ausrichtung dieser Regatta.
Es war eine sportlich faire Veranstaltung, die allen Spass gemacht hat. Bewährt hat sich auch die seit einigen Jahren gängige Praxis, die Regattaleitung jeweils mit den Leitern der drei Bocholter Segelvereine zu besetzen. Proteste und Einspüche gibt es so gut wie gar nicht mehr. |

Splash Weltmeisterschaft 2009 in Wales
Segeln mit perfekter Aussicht - Lisa Willing segelt auf der Weltmeisterschaft der Splash 2009 in Wales |
Bochum, –- 8. September 2009 – Die Bocholter Schülerin Lisa Willing von der Sporthochsee-Segler-Gemeinschaft Bocholt Rhede (SGBR) ging mit ihrer Splashjolle GER 1917 auf der Weltmeisterschaft 2009 in der zweiten Augustwoche als einzige deutsche Teilnehmerin vor der walisischen Küste von Pwllheli an den Start. Es war ihre erste Weltmeisterschaft im Segeln. Beim gleichzeitig stattfindenden Eurocup der Flash startete der Bochumer Wolfgang Daum vom Yachtclub Westfalia Arnsberg (YCWA).
Die Regattabahn lag vor der malerischen Kulisse der walisischen Küste mit den Ausläufern der Berge von Snowdonia und bot den Seglern in den Pausen zwischen den Wettfahrten einen perfekten, entspannenden Ausblick. Vor den Wettfahrten gingen Vermessung und Registrierung glatt über die Bühne. Die Weltmeisterschaften wurden feierlich mit einem Einmarsch der Nationen, bei dem Lisa Willing die deutsche Flagge trug, eröffnet. Erstaunt war das deutsche Team darüber, dass nicht die britische Nationalhymne gespielt und die britische Flagge hochgezogen wurden, sondern die walisischen Pendants. |
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Der erste Regattatag begann mit Warten, es wurde eine Startverschiebung von zwei Stunden gesetzt - zum Glück für das deutsche Team. Das Team hatte beschlossen keinen PKW für die vier Kilometer bis zum Club zu benutzen, sondern zu Fuß zu gehen. Wegen des schlechten Wetters wollte man eigentlich den Bummel-Zug nehmen, verpasste ihn aber und stieg auf ein Taxi um. Das verspätete sich leider.
Lisa Willing segelte in ihrer Gruppe unter 56 Teilnehmern einen mittleren Platz als Zwischenstand bei wenig Wind von zwei bis vier Beaufort mit Wechsel von Sonne und Bewölkung. Die Zuordnung zu Gruppen änderte sich bei den Qualifikationsläufen täglich. Lisa hatte immer sehr viele leistungstarke Segler in ihrer Gruppe. |
Wolfgang Daum ersegelte Plätze im hinteren Drittel. Während der nächsten zwei Tage in den Qualifizierungsläufen änderte sich an den Wetterverhältnissen nicht viel. Lisa konnte ihre Platzierung leicht verbessern, Wolfgang Daum behielt seinen Platz. Die vorderen Plätze wurden von Seglern aus Grossbritannien wie Bleddyn Mon, Neuseeland wie Declan Burn und den Niederlanden wie Hansebas Meijer gehalten.
Am Donnerstag und Freitag fanden die Endläufe statt. Lisa war in die Silverfleet eingereiht worden. Dort segelte sie unter 55 Teilnehmern in den letzten vier Läufen die Plätze 35, 37, 33 und 30. Insgesamt reichte ihr Ergebnis für einen 46. Platz. Freitag war ein Tag mit deutlich mehr Wind um fünf Beaufort, was Wolfgang zu gute kam, wie seine beiden letzten Platzierungen von 24 und 25 zeigen. Insgesamt wurde er Dreissigster. |
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Weltmeister in der Splash wurde der Neuseeländer Declan Burn, Vizeweltmeister der Niederländer Hansebas Meijers und Dritter der Waliser Bleddyn Mon. In einer feierlich-fröhlichen Abschlusszeremonie wurden die Sieger geehrt und die Flagge der Worlds an die Ausrichter der nächsten Worlds 2010 aus Neuseeland, Auckland, übergeben.
SKOG - Wilhelmine Daum |

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