Sporthochsee-Segler-Gemeinschaft Bocholt -Rhede e. V.

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Literarisches

...literarische Ergüsse, nicht immer ernst gemeint, aber stets amüsant ...

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Der verhinderte Jollensegler Wahre und unwahre Geschichtchen über einen wahrlich schönen Sport von CHARADE.. ... mehr davon auf Bocholter Platt

... und hier auf hochdeutsch

Der verhinderte Seesegler Meine Herren, meine Damen,
ik sägge ouj: Go`nowend te samen.
Entsinn eij ouj noch an dat Prötken,
wat meij passiert is met dat Bötken?
Ik häbb meij vör ouj hän e `stellt
Un ouj mien Missgeschick ... mehr davon auf Bocholter Platt

... und hier auf hochdeutsch

Der verhinderte Regattasegler Meine Herren, meine Damen,
ik sägge ouj: Go`n Oawend te samen.
So giftig, as ik all äs wass,
so mök et meij vandage Spass,
meij öwwer`t segeln ut te loaten
und ok met Segler äs te proaten.
Dat kann man jo bloß permanent,... mehr davon auf Bocholter Platt

... und hier auf hochdeutsch

Der Lyriker als Chartergast Ein junger Poet, wild entschlossen die Elemente Wind und Wasser in jahrhundertalter Weise auf Segelbooten selbst zu testen und das Erlebte mit den Worten alter Dichter zu beschreiben, steht abends in fremdem Hafen vor dem Objekt seiner noch unbefriedigten Begierde und ... mehr

 

Der Rentner Die Vorgeschichte:

ALS ARBEITER war sein Bestreben,
maloche und plane dein Leben.
Versich`re dich, spare
und nutze die Jahre,
dann geht auch nachher nichts daneben.
Die Unwägsamkeiten die kennt er.
Und Sorgen, die wiegen oft Zentner.
Es ist ihm gelungen,
er hat sie bezwungen
und plötzlich sieht er sich als RENTNER....mehr

kleine Bootskunde --Die Erfindung und Entwicklung des Bootes bis heute nach Recherchen von Charade

Der erste Auftritt des „Primaten“
fand statt in einem großen Garten.
Man nennt ihn –sehr prägnant für jeden-
auch heute ... mehr

Vorwort des Verfassers

In meinen 3 5 Segeljahren habe ich diesen faszinierenden Sport in vielen Facetten kennen-, schätzen-, lieben – und stets respektieren gelernt.
Aber gerade in der Vielfalt neuer Eindrücke waren auch immer öfter komische Situationen eingelagert, die es lohnt, festgehalten zu werden.
Natürlich habe ich die nachfolgend geschilderten Begebenheiten nicht alle selber erlebt.
Viele sind vielleicht auch in dieser drastischen Art noch gar nicht geschehen.
Aber, wie im Falle der Jäger und Angler (Latein), rankt sich um den Seemann eine Menge Garn, das nur zu Geschichten gesponnen werden möchte, die an Stammtischen die Runde machen, wenn mehr als zwei Segler zusammen hocken und ihre haarsträubenden Erlebnisse austauschen.
Trotzalledem macht diese Flunkerei diesen Sport so überaus liebenswert und diejenigen, die ihn ausüben, ebenso.
Da ich als gebürtiger Bocholter mich an dieses Thema herangewagt habe, lag es natürlich nahe, es in Bocholter-Platt zu verfassen und zu hoffen, daß möglichst viele Leserinnen und Leser dieser Kultursprache noch mächtig sind.

Charade


Dän  verhinderten Jollensegler
Ein Situationsbericht in Bocholter Platt
von CHARADE

Original in Bocholter Platt
zur hochdeutschen Version
Dieser Bericht wurde erstmalig den Gästen des 1o-jährigen Vereinsjubiläums im Vereinslokal WOLBERG in Bocholt  durch den Verfasser vorgetragen.

Meine Herren, meine Damen,
ik sägge ouj: Go`nowend tesamen.
Weij bünt van Owend alle hier,
för unse eegene Pläsier.
So häbt de hogen Kandidaten
Van düssen Club meij ineladen.
Mor hä`k van Owend ers kapiert,
wenn dann hier eegentlich wat fiert:
Dat bünt je Segler – weet eij dat?
As ik dat hör`ne, was ik platt.
De Junges merken, wie ik stutzen,
Ik woll`n all weer de Plate putzen,
weil ik met Segeln un so`n Spüll
nix mehr to done häbben will!
Un bo dat keem, will ik ouj schildern
In lebensnahen, bunten Bildern:

Besünders häbt de Junges oke
Ne ganz beknackte, blöde Sproake.
Wat de vatellt , vastehs douj nie,
dor stehs douj machtlos vis-a-vis.
Met Saling, Reeling, Plicht und Bilge,
met Luv und Lee vasökt de Knilche
deij to bewiesen, dat douj süss,
dat douj ne blöden Hammel büss.
Dann roat de deij, för so`ne Saaken
`ne Segelkursus met`tomaaken.
Dän Kursus is ok gar nee billig.
Un zeigs douj deij moor `n bätken willig,
dann mahnt de ständig, ümmer fäker.
Et schlimmste is dän Rademäker.

So kräg ik van dän Kerl dann ook
Dat umwiss schlaue Segelbook.
Dat Book, dat feel dann, ach du Schande,
ok miene Frau äs in de Hande.
De wott ers rot, dann wott se witt,
dann reep se laut:“ Igittigitt,
dat ik deij dat ers seggen mutt,
goh ut dän fiesen Club harutt!“
Hundsfott, Kielschwein un schamfielen,
dat läsen de und was an`t hülen.
„ Dor mut man sik jo för schenieren.“
Was se met meij an`t lamentieren.
Ik kunn dat noch berichtigen
Un miene Frau beschwichtigen:
„ Dat Segeln, häbt de meij vatellt,
das ist das Schönste auf der Welt.“
De Sunne schient, de Vöggel fleut.
Dat Bötken ligg an Land vatäut.
Dat Water is ganz warm – un so.
Dän Wind weiht lau, met twee Büffo.
Büffo, dän Utdruck kenn ik nee.
Beij uns in Hus heet dat Büffee.
Man tröck de Badebuxe an
Und klatert lustig in dän Kahn.
Man sett de Segel – etwas later
Schüff man de Kiste in dat Water,
un schwupp-di-wupp, dat sasse sehne,
dann löpp dat Spüll van ganz alleene.
Un ohne Motor, ohne Krach,
schwömmt man van selwer up dän Bach
un freut sik öwwer  de Natur.
„ Um dich herum ist Ruhe nur !“
Dat alles häbt de meij vatellt.
Un ik häbb meij drup inestellt.!

Ik sundagsmorges noa dat Boot.

Dat Weer was öwwerhaup nee goot.
Wat segg ik door? Ik will wall wätten,
Dat Weer, dat was total bedr....betrocken.
De Sunne schienen moor in Strömen,
de Vöggel wassen noch an`t drömen.
Dän Wind, dän bloss van sess noah söwwen-
Büffo was ok in Hus ebläwwen!!°
So stinn ik door, so ganz alleene
In Badebuxe, bloote Beene
Un schoff dat boot no in de Wellen.
Door mutt ik ouj nach wat vatellen:
Warm Water hadd`n de meij vasprocken.
Dän ganzen Pröttel was e`loggen.
Ik hadde so noah dreij Minütten
Kinn Dröpken Blut mehr in de Kütten.
De Badebuxe, miene bunte
Käpp meij vör Kölde in de Kunte.

Ik denk, no muss douj jo vasöken
Deij in de Kiste rin to trecken.
Ik spring harin, dor häut de Pinne
Meij stump dor eene för de Kinne.
Ik hooge – met `ne Schweinsgallopp,
dor häut dän Boom meij vör de Kopp.
Un wie ik meij no grade bücke,
dor tröff dän Boom meij in de Rügge
un schmitt meij – ach du dicker Vater –
met kopp un Kunte weer in`t Water.
Dor bün ik ut dat Water `sprungen,
häb miene Buxe utè`wrungen.
Un grade stoah ik dor ganz freij,
hör ik `ne Stimme achter meij:
„Nun guck mal Gustav, was ein Witz da,
jetzt gibt`s auch schon beim Segeln Flitzer!“
Ik in de Buxe rin, un weg.
Door krieg ik all dän nächsten Schreck:
Dat Boot schwömmt all ganz wiet up`t Water.
Goddomme, was dat en Theater.
Ik nix wie in dat Water rin
Un drachterher, wie ne Delfin,
dor hör ik doch de Stimme weer:
„Ich wette-Gustav- bitte sehr –
mit Dir um eine ganze Pizza,
das Boot ist schneller als der Flitzer!“
Ik häb et schließlik doch eschafft,
so ziemlich met de letzte Kraft
un gripp et achtern an dat Heck.
Door bliff meij doch de Speuje wegg,
weil, grade as ik door noah schnappe,
dor häut meij eene an de Mappe.
Ers links, dann rechts, dann noch es links,
dat ärgern meij jetzt allerdings.
Bis ik dat dann begräppen hadd``
Dat was dat Boot met´t Ruderblatt!
Door keem so de Idee beij meij,
dat Boot, dat häff wat teggen deij!
Meij wott dat no en bätken völle.
Ik rinn in de beknackte Mölle
Un kiek meij es en bätken ümme,
dor lagg so völle Täu harümme,
dor träckt de dran, dat nennt de Schoten,
dat ha`k moor bäter wässen loten.
Ik hadd`dor grade dran e`trocken,
dor flogg ik all in hoogen Bogen
met Salto un `ne Affenzahn
weer Richtung Water ut dän Kahn.
Ik fleege noch un roop noch Tüss,
dor häut dän Mast meij in èt Krüss.
Un as ik in de kolde Jauche
Ganz elegant weer undertauche,
dor dreijht dat Boot sik met `ne Ruck,
dat Schwert, dat häut mei in dän Buck
un as ik dor weer wacker wodde,
stoah ik bis an de Knee in Modde
und denk: Wat häbt de deij vatellt:
Das ist das Schönste auf der Welt!
Dat eene – Löh – dat kann`k ouj schwörn:
Van`t Segeln will ik nix mehr hörn.
Dat was kein Segeln mehr beij meij,
dat was de reinste Schlägereij.
Meij was et kolt, meij was et flau.
Dän ganzen Körper blund un blau
So keem ik weer an Land èkroppen,
hadd`jede Menge Water èsoppen.
Bis an dän Hals satt ik vull Modde,
bloß Dost ha`k nee, dat was dat goode.
No föhlen ik noah dat Geroase
`ne starken Druck in miene Bloase.
Un händig, wie ik jo no bün,
holl ik et in et Water rin.
Ik was so richtig got tefräne
Ok öwwer miene Prachtfontäne.
Met schätzungsweise veer Atü
Had ik en feeling, wie noch nie.
Dor knallt meij doch in de Idylle,
ganz unverhoff de umwiss schrille
bekände Stimme van dat Wiff.
Ne Schudder leep meij öwwer`t Lief:
„ Nun – Gustav – spende doch Applaus,
der Flitzer läuft da grade aus!“
De Olle meek meij so vaschrickt.
Ik bün e`loopen, wie varückt.
Dän Dost wott jeden Kilometer,
dän ikke rennen, ümmer grötter.

Dorümme loat ouj no wat puppen,
ik goah dor meij no eene suppen.

Top


Dän  verhinderten Seesegler
Ein Situationsbericht in Bocholter Platt
von CHARADE
Original auf Bocholter Platt
zur hochdeutschen Version   
Dieser Bericht wurde den Gästen anläßlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums in Form eines Zwiegesprächs vom Verfasser und Rudi Teriete vorgetragen.

Meine Herren, meine Damen,
ik sägge ouj: Go`nowend te samen.
Entsinn eij ouj noch an dat Prötken,
wat meij passiert is met dat Bötken?
Ik häbb meij vör ouj hän e `stellt
Un ouj mien Missgeschick vatellt.
Vatell dat moor, häb ik e`dacht,
moor eij häbbt meij bloß ut e`lacht.
Seit domoals häbb ik meij e`schworn:
För`t segeln büss douj nee geborn.
In alle Kneipen un Lokalen
Was ik up`t Segeln an schandalen.
Van Willi Wolberg bis noah Siebelt
Häbb ik dän Sport vahunnepiepelt.
Ik hadde meij total entschlotten,
de Finger  dorvan af te loaten,
un ok de Föte, wi`k wall wetten,
niemoals mehr up so`n Bott te setten.
Moor manchmoal – bo dat Sprichwurt sägg –
Dor kümp et anners, as man däch:

Et was et Ende van`ne Wäke
Beij Wolberg oawends an`ne Theke.
Ik hadd`de ganze Tied schandalt,
dän Deckel ha`k noch nee betaalt
un reep das fiefte Moal: Herr Ober.
Dor meld`t sik mienen Thekennoaber.
„Verzeihen Sie,“ sägg he up Düts,
daß ich Sie stör`, ich heiße Fritz.“
Ik  sägge, dat kann meij nee stör`n,
dor  musse selws met ferdig wer`n.
„Nein, nein,“ sägg he „ mich int´ressierte,
was Ihnen mit dem Boot passierte.
Sie hatten wirklich großes Pech,
da blieb mir fast die Spucke weg.
Für Sie scheint mir der Fall zu sein
Ist eine Jolle viel zu klein.
Ich nenne eine Yacht mein eigen,
die möcht` ich Ihnen gerne zeigen.
Ich bin in der S G B R
Und segel´  auf dem Ijsselmeer:
Fahr`n Sie mit mir  und auf mein Wort,
Sie kriegen Freude an dem Sport.
Ich lade Sie nun herzlich ein,
dies` Wochenend mein Gast zu sein.“
Ik funn dän Kumpel richtig Spitze
Met siene   Bundeskanzlermütze
Un blaue Jacke – ganz gediegen –
Met gol`ne Knöpe – in twee Riegen -.
Ik sägge för üm, goot mein Herr,
weij treckt van Oawend eene dör
und irgendwann in düsse Nacht,
nömms douj meij met up diene Yacht!
Ik heel dat mehr för so`ne Witz.
Mor Fritz, dän schalten wie `ne Blitz.
„Herr Ober, bringen Sie mir dann
noch eine Flasche Sandemann.“
Dän Sandemann, dän kenn ik nee,
ik heel dat Greij för schwatten Tee.
Et  was an sik ne gooden Droppen.
Ik häbb üm ok wie Tee e`soppen.
Wie völle wett ik nee genau.
Up eenmoal soach ik Sandefrau
Und Sandeblagen, klein und groote.
Un as ik dor weer wacker wodde,
dor hä`k äs ers ganz laut e`kreit:
„Wenn häff meij hier vannacht shanghait?“

Dat Bedde, wo ik grade lagg,
dat was nee grötter as ne Sarg.
Un wackeln däh dat umwiss völle.
Ik denk, no büsse in`ne Hölle.!
Dän Magen dreijhen sik all ümme.
Dor hör ik plötzlik eene Stimme:
„Vielleicht bewegst du mal die Knochen
und kommst mal bald an Deck gekrochen!“
Ik wodd` vaschrickt un grübel noch,
ik denk de Stimme kenn`s douj doch,
dat is doch Fritzken Sandemann!
Dor föng dän weer to ballern an:
„Ja wohn ich hier denn im Hotel,
komm jetzt nach oben, aber schnell,
ein bißchen plötzlich, nicht so lasch,
beweg mal deinen fetten Arsch.
Hier oben gibt es viel zu regeln,
wer saufen kann, der kann auch segeln.“
Dor häff dän Kerl natürlich recht.
Mor was et meij hundselend schlecht,
dor ging dat upstoahn nee so gau
und tüssentied, dor wodd meij`t flau.
Bo ik meij föhlen in dän Penze,
dat glöwt meij sowieso kien Menze.
Dän Sandemann met siene Sippe
Stinn Oberkante Unterlippe.
Un as dän Fritz van frissen motzt,
dor hä`k üm ers äs anèkotzt.

Dor feel he stump ut siene Schloffen,
so föhl`n he sik van meij e`troffen.
Ers was he sprachlos, bätken läter,
dor keem dat nächste Donnerwetter:
„Du Saufkopp, Schluckspecht, Fuselnase,
hast Du denn wirklich keine blasse
Ahnung?“ hör ik üm noch rotzen:
„Nie gegen Wind und Skipper kotzen!“
He sägg, dat was van all de Regeln,
de wichtigste beij`t ganze Segeln.
„ Ich bin in meinen Seglerjahren,
schon viel mit fremdem Volk gefahren,
jedoch noch nie, das glaube mir,
mit einem solchen Schwein, wie dir.“
Ik sägge: Ikke bün`ne Sau?
Dat stimmt doch wall nee ganz genau.
Häs douj ne Speegel up dän Kahn?
Dann kiek deij doch äs selwer an.
He was so giftig as ne Spinne:
„Jetzt nimmst du hier sofort die Pinne
und steuerst äußerst akurat
zweihundertfünfunddreißig Grad.
Du triffst bei diesem Kurs präzise
Auf eine Tonne, schnapp dir diese,
die Tonne ist sehr relevant,
sonst sitzen wir hier schnell auf Sand.
Ich brauch die dringend für`s Besteck.“
Dann ging he runder un was weg.
No stunn ik dor, so ganz alleene.
De Angst ,de trock meij in`ne Beene,
as ik so in`ne Runde kieke,
dor ha`k doch echt de Faxen dicke.
Wohän ik käk, du dicker Vater,
bloß Water, Water nix as Water.
Meij wodd et no doch echt benaut,
meij had`n se`t ganze Land e`klaut.
Un as dat plötzlik umwies krachen,
dor was et meij nee mehr tum lachen.
Un as dän Kahn up eenmoal stinn,
dor feel meij weer de Tunne in.
„Was ist da los?“ reep Fritz van unden.
Ik glöw ik häb de Tunne  e`funden,
no komm doch äs an Deck sofort,
alleene krieg`k de nee an Bord.
Dor keem dän Fritz an Deck e`floggen,
in Ünderbuxe – ungeloggen –
de Kappe drog dän feinen Mann,
un siene Schloffen had`he an.
„ Mach eine Wende ,“ reep he „ ree“
Ik sägge, nix Kollege, nee,
ik will noah Bokelt, nee no Rhee.
Dor feel he vör meij up de Knee.
Ik kunn dat Spöll nee mehr begrippen.
He fing total an ut`teflippen.
„Du blöder Hund,“ motzt he meij an,
„ich sitz auf Grund mit meinem Kahn,
jetzt ist`s vorbei mit der Geduld,
du Affe bist an allem schuld.
Hol mir sofort die Munition
Und die Pistole, renn doch schon!“
Ik denk, wat sägg dän, Munition?
No häff  dien Stündeken e`schloan.
Ik hör`n de Wut in siene Stimme.
Et was meij klor, dän lägg deij ümme.
Up eenmoal hör`k ne lauten Schrei
Un Fritz, dän meek en Morsbohei.
He reep ganz laut:“ Mann über Bord!“
Ik sägge, Fritz, ik komm sofort.
Met de Pistole in`ne Hand,
komm ik no weer an Deck e`rannt.
Ik seh, he schwömmt met grote Mühe
Harümme in de trübe Brühe
Un röpp vull Angst:“ Nun schieß doch schon
Und nimm die rote Munition!“
Ik ziele öwwer Korn un Kimme.
Dor hör`k van frissen siene Stimme:
„Doch nicht auf mich, du blöder Hammel!“
Dän Rest was bloß noch so`n Gestammel.
Ik käck so etwas in de Sunne.
In de Tied krault he noah de Tunne,
dorümme häb ik bloß de Schloffen
so grade äffkes noch e`troffen.
Ik häbb üm weer an Bord e`trocken.
He böwwen noch met alle Knocken.
De Ünderbuxe was ganz bron,
trotz miene roode Munition.
De brone Farwe an`ne Beene
Keem nee van`t Water, kus`se sehne.
Ik sägge, Fritz, ik will noah Hus.
„Dann nimm dir doch den nächsten Bus!“
Mehr häff he nee för meij e`säggt.
Dann häff he sik up`t Krüss e`läggt.
Un was dän Kutter nee e`kommen
Un hadd uns dann in Schlöpp e`nommen,
dann kunn`k van Oawend hier nee wen`n
und hadd ouj dat vatellen könn`n

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Der verhinderte Regattasegler
Regattaseglervehindert

Letzter Teil der Situations-Trilogie in Bocholter Platt


von CHARADE
auf Bocholter Platt



zur hochdeutschen Version   

Meine Herren, meine Damen,
ik sägge ouj: Go`n Oawend te samen.


So giftig, as ik all äs wass,
so mök et meij vandage Spass,
meij öwwer`t segeln ut te loaten
und ok met Segler äs te proaten.
Dat kann man jo bloß permanent,
wenn man wat van de Saake kennt.
No häbb eij jo all wall e`hört
Ik häbb jo watt dorbeij e`lehrt.
Mien erste Lehrgeld up de Jolle,
dat kennt jo jedereene bolle.
Dat twidde Lehrgeld up de Yacht,
dor häbb se meij ok utè lacht.
Moor meij häff dat nee intressiert,
ik häbb dat gar nee ignoriert.
Ik wollen ganz alleene weeten:
Wat kann dat Segeln sonst noch beeden?
Dat Kentern, Waterschlucken, Freesen,
dat kann doch wall nee alles wessen.
Un ok das Segeln up de Yachten
Met suppen, kotzen, öwwernachten
Mann-öwwer-Bord un grundberührn.
Un stump de Tunnen ümmeführn.
Et mutt doch in so`n Seglerläwen
Ok schließlik noch wat bäters gäwwen.

Dor brogg meij eene up dän Patt:
REGATTASEGELN, was doch wat!

Ik hör`n je moor de Glocken lüden
Un wuss jo nee, wat dat bedüden.
So keem ik eenes Dages leider
An Engelbert – Regattaleiter -.
Dän nehm meij under siene Knute.
Goddomme, hadd dän Kerl ne Schnutte:
„ Du fährst am Samstag erst einmal
im ersten Lauf zum Stadtpokal.
Ich glaub, das Beste wird es sein,
ich setz dich auf dem Laser ein.
Dann kannst du ganz allein entscheiden.
Dann muss kein andrer drunter leiden.“
Ik weet jo nee, bo sowat geht,
dän mutt jo weeten, wat he döt.

Ik soterdags, ganz froh gelaunt.
Noah`n Oasee, man wat hä`k e`staunt
Oh mann, wat soa`ch ik völle Boote
Ganz schmale, breede, kleine, groote.
Van Menzen, met ganz gäle Plodden,
dor wodd`se bolle dotè trodden.
De kümmern sik üm meij de Bohne,
de hadden satt met sik te done.
Ik hadd mienen Grönen an`e trocken,
wahrscheinlich wassen de erschrocken.
Mor meij kunn dat nee widder jucken.
Ik hadd jo alles, wat ik brucken:
En Fläsken Bier un wat te Fräten,
dat dörf`se schließlik nee vagäten.

Un noah so`n Türken was ik froh,
dor funn ik dann dat Rennbüro.
Un grade, as ik dor so stoah,
kümp Engelbert ut dat Büro,
dän Knabe, met de groote Schnutte
un zwar, met so`ne groote Tuute:
„ Die Rudergänger her zu mir,
zur Steuermannsbesprechung hier:“
Ik wuss jo nee, off ikke grade,
met dat Spöll wat te kriegen hadde.
Moor hä`k et meij äs an`e lüstert,
wat dän dor dör de Tuute flüstert:
„Vom Start aus auf die Boje B,
von dort aus weiter auf die C
und dann zurück nach Start und Ziel
und fertig ist das ganze Spiel.
Wir fahren zweimal diesen Kurs
Und dann zum Schluß die „Leberwurst“
De Läwerwoste – ach du Schrecken -.
Ik in mien Frätpaket e``käcken
Und süssè wall, ik häbb vadamme
Bloß Käse up de Botteramme.
Wat sa`k dor lange öwwer proaten,
dän Käse hä`k vaschwinden loaten,
de Botteramme hä`k e`fräten,
de Flässe Bier in`t Boot e`schmätten.
Dann back de Fock, de Pinne lee,
off andersrümme – weet ik nee –
up jeden Fall, ik satt upmoal
ganz stump up dän Possischenpoal.
De Poalposischen is dän Hook,
wo alle rümmekruppt – ik ook.
Dor musse ganz präzise stürn,
um nümmes in de Maass te führn.
Up ens, dor keem met lauten Knall,
van örgeswo dat Startsignal.
Dän Kurs dän gung noah Tunne B,
mor wo de lagg, dat wuss ik nee.
Wat döt man dann in siene Not?

Ers kieken, wat de Andern dot
Mor watt de meeken, wi`k wall wätten,
dat kusse absolut vagäten.
De eenen führn rechts harümme,
de andern links, dat was dat schlimme.
Ok de Experten wussen nee
Wo is dän Wegg noah Tunne B.
Un dat bewiss doch klipp un kloar:
Et bünt noch mehr Beknackte dor.
Ik denke Junge, ganz vasichtig,
de kennt dat oke nee so richtig.
Un plötzlich was de Hölle loss:
Drecks up meij to kümp so`n Geschoss:
„Wahrschau, wahrschau“ röpp dor eene
und weijht dorbeij met Hand un Beene.
Noch ut de Schoole ha`k behollen,
wenn Warschau röpp, dän kümp ut Polen.
Ik trüggegrüßt Bokelt helau
Un dann de Polen weer: Warschau.
Moor keem meij dann jo de Idee,
mehr Düts vastoaht de sicher nee.
Ik kiek meij dat genauer an.
Dor satten twee Mann in dän Kahn.
Ik meen, dänn eenen satt in`t Boot,
dän andern hing an so`ne Droaht,
met Hals un Ballig-ohne Prötken-
tebutten an dat dünne Dröhtken
und reep dat letzte Moal: Warschau,
dann hör ik bloß noch: Arsch un Au.
In dän Moment, dor tröff dän Geck
Meij met de Merse an mien Heck
Un beide fallt met völl Theater
Un met öhr Segelboot in`t Water.
För meij was leider nix toende,
mien Segelboot mök selws ne Wende,
ik selwer krieg ne Schlagg un rolle,
van links noah rechts dör miene Jolle.
Wat gung et drunder un ok dröwwer!
Rollwende nennt man so`n Manöver.
Ik komm weer langsam up de Beene,
wat mutt mien Adlerooge sehne?
Ne ganz Meute kümp met Macht
Un Wahrschau up meij togejacht.
Goddomme, denk ik, kasse`s sehne,
de Polen bünt hier stark vaträne.
To reterieren hadd kein Sinn.
Ik stump in dat Geschwader rin
Un links un rechts üm meij harümme
Feel een Boot noah dat andre ümme.
Goddomme, denk ik, beij dat Segeln,
dor klappt dat bolle wie beij`t Keggeln.
Packs douj dän Vördersten met Fee,
dann fallt der andern ganz persee.
Ganz süwer ha`k wall nee e`troffen
Twee Boote bläwwen nämlik bowwen.
De hadd`n  nix ieliger te done,
as dräcks weer up dän Patt te goane.
De Söke noah de Tunne B,
dat was ne Freude met de Twee.
In Tied van nix, ganz ohne proaten,
hadd`n weij de achter un e`loaten
un hadd`n de nächste in`t Visier.
Ik hadd no Tied för`t Fläsken Bier.
Dann schmeern weij aff noah Start un Ziel.
Ik drachterher – wie`n Krokodil –
Un dann harunder met de Plodden.
Ik denk, no büsse dädder e`wodden.
Dor kümp dän Engelbert an`t Boot
Und brüllt meij an:“ Du Idiot!
Hast du den Kursplan nicht gelesen?
Du hast die Leberwurst vergessen!“
Ik sägge , Bert, watt sall dat heeten?
Ik häbb de Woste nee vagäten.
Un außerdem will ik no weeten:
Bün`k hier tum Segeln of tum Fräten?
Moor brüllt he widder unbeirrt:
„Du bist auch disqualifiziert,
weil aus Protest – ganz ungelogen –
sechs Crews die rote Flagge zogen.“
Ik sägge, wiss douj meij vakohlen?
Ik sägge, Bert, dat bünt doch Polen,
de dot de Landesflagge hissen,
üm meij as Bokeltsen to grüßen.
Ik sägge, wenn douj van dat  Segeln
Und internationale Regeln,
van Völkerfreundschaft un van Frieden
in Ost un West, in Nord un Süden,
nee mehr vastehs, as Läwerwoste,
dann klopp deij selws moor an de Boste
un froage deij mor langsam – leider –
worüm bün ik Regattaleiter?
Ik häbb meij furchbar up e`reegt
Und fun dat eenfach ungerecht:
In`n Laser sitz douj ganz alleene.
Un twee Mann leegt jo mehr as eene.
Un ik hadd leider keine Tügen,
dor kasse jo bloß Unrecht kriegen.
Ik loat meij trotzdem van de Fiesen
Dat Jollensegeln nee vamiesen
Und goah beij ouj no in dän Club
Un froage ouj: Nämm eij meij up???

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Der Lyriker als Chartergast

Lyriker

Erlebnis eines intellektuellen, akademischen Segelfreaks

von CHARADE
 
Ein junger Poet, wild entschlossen die Elemente Wind und Wasser in jahrhundertalter Weise auf Segelbooten selbst zu testen und das Erlebte mit den Worten alter Dichter zu beschreiben, steht abends in fremdem Hafen vor dem Objekt seiner noch unbefriedigten Begierde und spricht:
„ Oh Boot, oh Schiff, nun hab ich dich gefunden,
nach vielen Stunden ungewisser Suche,
manchmal mit leisem Fluche,
auch in der Furcht, an dir vorbei zu hasten
und in dem Wald der tausend Masten,
dich, schlankes Boot zu übersehen.
Oft blieb ich stehen.
Die Augen schon gefüllt mit tränenfeuchtem Nass.
Noch konnte ich den leisen Hass verdrängen
Und meine Blicke zwängen
Sich immer wieder durch den Mastenwald.
Nun warte, bald
Wird meine Suche sich beenden und mit den Händen
Ertaste ich des lieben Bootes Leib.
Kein noch so schönes Weib,
kann augenblicklich mir den Reiz ersetzen,
mein ruheloses Hetzen,
hier in diesem fremden Hafen zu beschließen.
Ich möchte schlafen und genießen
Was du – oh Schiff – für mich erdacht,
nach einer ruhevollen Nacht,
an Abenteuern in den nächsten Tagen.
Kann ich es wagen, dir mein junges Leben
Mit all`den  ungebor`nen Träumen hinzugeben?
Nun hab ich dich gefunden.
Nach zwei, drei Stunden tuen mir die Füße weh
Und was ich seh´ ist nicht das Traumgebilde,
das im Gefilde der Erwartung der Prospekt versprach.!
Es lag wohl an den Bildern,
die dich –oh Boot – in einem falschen Lichte schildern.
Was da mein Aug` erspäht, ist nicht ein Schiff, wohl mehr ein Pott
Und dieser ausgemachte Schrott
Umgiebt mich jetzt die nächste Zeit?
Ich bin doch nicht bereit
Mein schwer verdientes Geld in ein Projekt zu stecken
Um zu verrecken.
Nur zaghaft setze ich den Fuß auf fremdes Deck.
Oh – scheiß – verreck !!! Schon lieg ich auf der Fresse,
wie irgendwann ein blinder Hesse
vergaß, das Tauwerk sauber aufzuschießen,
in Woolings auf dem Gangdeck liegen ließen.
Im Dämmerlicht, durchwebt mit Nebelschwaden,
ertaste ich den Weg zum Cockpit hin.
Mit  Seesack, Schlafsack schwer beladen,
bis endlich ich am Niedergange bin.
Ich will mich setzen, um ein wenig zu entspannen,
schon rannen Tränen über mein Gesicht.

Allein, aus Traurigkeit geschah das nicht,
wohl mehr aus Schmerzen im Gesässbereich.
Der Sitzplatz war nicht eben weich.
Er war gespickt mit scharfen Dosen.
Zerdrückt und kantig schnitt es in die Hosen,
dann weiter in die zarten Seiten,
die heftig Schmerzen am Gesäß bereiten.
Ganz ungewollt entfuhr mir nun ein spitzer Schrei.
Auch ein Gefühl von starkem Hasse macht sich frei.
Und vor mir liegt der Niedergang – ein schwarzes Loch –
Und doch, es regt sich was in dieser Höhle:
Ein kaum verständliches Gegröhle
Entsteigt der Dunkelheit bis an mein Ohr:
„ Hey, Charly, büs`se door?
Ik häbb all lange hier up deij e`wocht!
Un häs`se watt te suppen met`ebrocht?“

Am nächsten „Morgen“:


Wohin –oh Morpheus – legtest du mein müdes Haupt,
das höllisch schmerzend liegt auf hartem Grund?
Noch gestern war es ganz gesund.
Nun scheint es jeder Fähigkeit beraubt
Sich zu besinnen, was mit mir gescheh`n.
Ich kann nichts seh`n.
Doch rinnen Bäche in das Antlitz mir,
verbreiten den Geruch von schalem Bier.
Ich spür`, wie ich ganz ungewollt die Frage formulier`:
„ Wo büss douj hier?“

Die Augen öffnen sich als Schlitze,
doch grelle Blitze schließen meine Lider
und immer wieder löst sich eine Träne.
Auch die Migräne martert mein Gehirn.
Oh Sonne – güldenes Gestirn -,
du gehst mir langsam mächtig auf den Zwirn!
Nur ganz allmählich ordnen sich die Sinne
Und ich beginne, zu eroieren,
und zu kapieren, wo ich denn hier stecke:

Am Boden, unter einer  Decke
Oder einem ähnlichen Belag,
wie man den Lappen immer nennen mag.
Zu welchem Zwecke, überlege ich in Eile?
Nach einer Weile rührt sich was in meiner Nähe
Und ich erspähe zuerst nur Haar, dann einen Bart,
dazwischen – noch nicht klar – auch nicht apart
ein kleines Stückchen  freie Haut.
Vertraut ist es mir nicht und als Gesicht
Nun wahrlich nicht zu deklarieren.

Nur weil es schnarcht zu konstatieren,
es hand`le sich nicht um ein Knie,
erfordert nicht viel Fantasie!

Welch Schicksalsschlag hat mich getroffen?
Ich hab` gesoffen! Und das ziemlich viel!
Jedoch als Ziel – sagt der Verstand –
War dieses Wochenende anders eingeplant!!
Nun schnellt mein Körper hoch, wie ein Geschoss,
ein Stoß – am Kopf – und tausend Sterne funkeln,
weil ich im Dunkeln übersah, es war da noch ein Tisch
mit einer Platte,
die ich geschloss`nen Auges übersehen hatte.
Von diesem Krach und meinem gutturalen Schrei
Wird einer wach und macht sich von der Decke frei.
Und zwischen Haar und Bart
Erscheint ein Stückchen Haut
Und schaut ins grelle Sonnenlicht
Und klar und hart wird mir vertraut:
Ein menschenähnliches Gesicht!!
Es öffnet zwischen Bart und Nase
Sich ein Loch. Es roch daraus so penetrant
Und ich verstand zusmmenhängend nicht ein Wort,
das er versucht zu formulieren.
Herausfiltrieren kann ich nur: „ Wat sägg de Uhr?“
Ein Blick auf das Gerät verrät,
es ist nicht früh, es ist schon spät.
Der Mittag ist schon längst vorbei,
es ist halb drei!
„Half dreije? Hadd ik nee e`dacht,
dorümme häbb ik so`ne Schmacht.
Man soll dän Körper nee vagäten.
Komm, Charly, hal äs wat te fräten!“
Erschüttert – einer Ohnmacht nah –
Nahm ich verbittert diese Wort wahr.
Doch chancenlos mich einzubringen,
um mich zum Widerspruche durchzuringen,
erklärt im Dialekte er mir Wort für Wort
was er bezweckte und fährt fort:
„Douj nömms deij no dän kleinen Korf
un gehs gemütlich in dat Dorf.
Twee, dreij, veer Meilen musse loopen,
dann kasse wat te fräten koopen.
Moor tüssenin, dor kasse schön
De ganze Gegend deij besehn.
Weil fiff, sess Meilen so tefoote,
alleene up de lange Stroate,
met Sack un Pack, dör Wald un Flur,
dat dürt jo doch ne ganze Tour.
Un met dän Pröttel up dän Rügge,
muß douj dat Ende noch weer trügge.
De söwwen Meilen, höchstens achte,
de gehs douj no besünders sachte,
üm alles noch äs te bekieken
un met dän Hänweg to vaglieken.
Un häs douj no en Stück of teijne
An Meilen alles goot e`sehne,
und büs weer hier beij meij an`t Boot,
dann frühstückt weij ers richtig goot.
Dann do ik noah dat Sättigen
De Seh-Meiln deij bestätigen!“

Ganz artig hab ich leis geflucht.
Fluchtartig hab ich es gesucht
Das Weite. Und nach ein paar Stunden
Hab ich es schließlich auch gefunden.

Das war`n die zwei – ich kann`s beschwörn:
Mein erster und mein letzter Törn.

   
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D E R   B O C H O L T E R

Wahrheit oder Fiction
Könnten innerhalb der vergangenen ca.8oo Jahre die Nachbarorte Bocholts in etwa so entstanden sein? War die aufblühende Industriestadt Bocholt Ausgangspunkt für die Entstehung des westlichen Münsterlandes? Diesen Überlegungen widmete sich der Verfasser, als er nach einer Rundreise über das Ijsselmeer im Hafen von URK –an einer Spundwand bei auflandigem Starkwind – wegen der erforderlichen Fenderwache nicht schlafen konnte.

Von CHARADE

1.

Der Bocholter – ganz ohne Zweifel -
der fürchtet nicht Tod und nicht Teufel.
Ist immer korrekt,
in allem perfekt
und raucht selbstzufrieden sein Pfeifel.


8. Der  Bocholter  Chef kriegt das Grauen,
wenn ihn seine Schäfchen beklauen.
Zurück mit dem Geld
Zur Rede gestellt,
so konnte sich Rhede aufbauen
2. Der Bocholter lebte hinieden,
mit all seinen Bürgern in Frieden.
Nur Faule, Chaoten
und auch Idioten,
die hat er von jeher gemieden.


9. Der Bocholter  konnt`es nicht leiden,
wenn Bürger den Gottesdienst meiden.
Mit strafender Hand
Aus dem Stadtkern  verbannt.
Der Ort nennt sich heute noch Heiden.
3. Der Bocholter  Händler und Bauer,
zog um seine Stadt eine Mauer,
die schützte den Ort
vor Brandschatz und Mord
und vielen Gefahren auf Dauer.


10. Der Bocholter  kann nicht verhehlen:
Es darf in der Kasse nichts fehlen.
Bestand ein Verdacht,
war Hängen im Schacht,
erzählt man sich heut` noch in  Velen.
4. Der Bocholter  hat die Devise
„Sei fleißig, dann gibt`s keine Krise!“
Er sagte zurecht:
„Wer faulenzen möcht`  „
den schmeißen wir raus auf die Wiese!


11. Der Bocholter  tat`s nur mit Sorgen,
ganz windigen Typen was borgen.
Und kam trotz Gericht.    
 die Rückzahlung nicht,
dann wohnen die jetzt noch in Borken.
5. Der Bocholter  mußte erfahren,
vor  sieben- bis achthundert Jahren,
da gab es schon Brüder,
die gaben sich bieder,
obwohl sie nur Spitzbuben waren.


12.

Dem Bocholter lag – ohne scherzen -,
der geistig sehr Schwache am Herzen.
So baute er glatt,
sehr weit vor der Stadt,
Drei Häuser. Bei Nacht noch mit Kerzen.
Im C – Haus die Dumpfbacken landen.
Im B - Haus Kleindoofis sich fanden
Schön doof wurd ` direkt
I ns A - Haus gesteckt.
So ist einmal Ahaus entstanden.

6. Der Bocholter  war ja nicht dämlich.
Denn merkte er so etwas nämlich,
dann schmiss er die glatt
hinaus aus der Stadt
und rief hinterher:“ Junge schäm` dich!“


13.

Der Bocholter  hielt für die Dümmsten
Chaoten – das waren die Schlimmsten.
Denn Chaos kost`t Geld.
Er kaufte ein Feld,
damit die nichts wieder verbimsten.
Der Bocholter , um sich zu schützen,
verwandte viel Draht und viel Stützen.
Das Feld wurd` im Land
„Chaosfeld“  genannt,
wo heut` noch die Coesfelder  sitzen

7. Der Bocholter  kriegte die Räude
durch träge und stinkfaule Leute.
Die kriegten dann schon
mal  Prügel, statt Lohn!!
Und  Stadtlohn, das gibt es noch heute.

   
     

Der Bocholter  hält ja – mitnichten-

die oben erzählten Geschichten
nach achthundert Jahr`
noch alle für wahr.
DER BOCHOLTER KANN EBEN DICHTEN !!!

       
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Der Rentner

   
Sein Allgemeinbefinden

Sein Urlaubsgebaren:

1

DER RENTNER hat plötzlich gut Lachen.
Denn morgens schon nach dem Erwachen
hat er – noch im Frack – das Geld schon im Sack.
„Da lass` ich`s doch heute mal krachen!“


14 DER RENTNER macht in jedem Falle
vier Wochen Urlaub auf Malle.
Egal was es kost`t.
Die Rente per Post,
kommt pünktlich und bar auf die Kralle.


2 DER RENTNER hat oft eine Macke,
dann reitet er manche Attacke.
Schon während der Nacht an Blödsinn gedacht
und tagsüber „voll auf die Kacke!“


15 DER RENTNER braucht mal eine Pause,
am Ballermann sechs bei `ner Sause.
Sangria aus Kübel, da wird es ihm übel,
er dachte, es wäre nur Brause.


3 DER RENTNER hat viele Talente.
Er liebt Katharina Valente.
Doch wenn man ihn fragt, dann hat er gesagt:
„Die Liebste ist mir doch die Rente!“


16 DER RENTNER der sieht es als Drama:
Die Frauen sind hier einfach „Hammer“.
Sie machen den Strip in Tanga und Slip.
Da bleibt er doch lieber bei Mama.


4 DER RENTNER hat tausend Gesichter.
Und werden die Haare auch lichter,
er hält sich – oh Schreck – für Gregory Peck,
„nur eben viel schöner“ – so spricht er!


  Seine Freizeitauffassung:

17 DER RENTNER ist tierisch zu kränken,
soll er etwas Freizeit dir schenken
„Es tut mir sehr leid, ich hab´ keine Zeit,
an so etwas auch nur zu denken!“


  Seine Freizeitgestaltung

18 DER RENTNER hat plötzlich empfunden:
„Der Tag hat zu wenige Stunden.
Auch wenn ich mich spute in jeder Minute,
ich komme nicht über die Runden!“


5 DER RENTNER will sich profilieren,
den Geist und den Körper trainieren.
Er meldet sich dann in der Volksschule an,
und möchte dort Sprachen studieren.


6 DER RENTNER beginnt voller „Gift“.
Lernt Englisch in Wort und in Schrift.
Er plagt sich und so
und ist dann nur froh,
wenn er keinen Engländer trifft!


  Sein Politikverständnis

19 DER RENTNER sagt völlig bescheiden:
„Politiker kann ich nicht leiden!
Die denken doch schon an die eig`ne Pension,
wenn sie uns`re Renten beschneiden!“


7 DER RENTNER versucht es mit Schwimmen,
um auch seinen Körper zu trimmen.
In letzter Minute, da rettet der gute
Schwimmtrainer ihn vor dem Schlimmen.


20 DER RENTNER erkennt deren Masche:
„Es geht denen nur um „die Asche“!
Diäten sind freilich
ja überparteilich
und gehen in die eigene Tasche!!“


8 DER RENTNER , der will sich auch quälen,
um Bizeps und Trizeps zu stählen.
Da nimmt er sich Zeit und ist auch bereit,
die „Mucki –Bude“ zu wählen.


  Sein Tanzvergnügen

21 DER RENTNER geht ab und zu tanzen.
Dann macht er den Damen Avancen
und stellt plötzlich fest,
-das gibt ihm den Rest –
er hat noch verdammt gute Chancen!!


9 DER RENTNER will Muskelpakete,
ein Sixpack sind seine Gebete.
Sein Vorbild ist schon Silvester Stallone
und dessen ganz dicken „Geräte“.


22 DER RENTNER fängt echt an zu grübeln
beschüttet man ihn, wie aus Kübeln,
mit Küssen und Gin,
da macht er sich dünn.
Das kann ihm doch keiner verübeln!


10 DER RENTNER versucht aus dem Rücken
Gewichte nach oben zu drücken.
Da fällt ihm zum Schluss,
so´n Ding auf den Fuß.
Jetzt hat er auch einen ganz Dicken.!


23 DER RENTNER, der müßte viel laufen
und ständig sich Alkohol kaufen,
um all die Sirenen,
die ihn da verwöhnen,
sich erst einmal schöner zu saufen.


  Sein Verkehrsverhalten

24 DER RENTNER braucht keine Affairen,
die ihm nur den Alltag erschweren.
Da bleibt er dann schon
bei der „Alten Version“.
Von „Neuen“ will er gar nichts hören!!
11 DER RENTNER fährt auch mit dem Wagen
und läßt sich von keinem was sagen.
Und kommt einer dicht mit Hupe und Licht,
dann platzt ihm vor Ärger der Kragen.


12 DER RENTNER zeigt schnell mal den Schwinger,
rotiert, wie einst Eberhard Ginger.
Das bringt ihn auf Trab, das Fenster herab
und raus mit dem mittleren Finger.


  F a z i t:
25 DER RENTNER in seinem Verhalten,
gehört zu den jüngeren Alten.
Champagner und Sekt, die sind ihm suspekt.
Er bleibt bei dem Bierchen, dem kalten!!

13 DER RENTNER war früh´r – ohne Witze-
bei Regen, bei Wind und bei Hitze,
der erste am Start.
Doch heut ist er grad`
bei Autobahnschlangen die Spitze!
   
       
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Kleine Bootskunde
 

Der erste Auftritt des „Primaten“
fand statt in einem großen Garten.
Man nennt ihn –sehr prägnant für jeden-
auch heute noch: Den Garten Eden.


Er kann auf den bequemen Plätzen
sich legen, knien oder setzen,
was letzten Endes dazu führt,
dass er so schnell nicht müde wird.
 
Wir kennen alle die Geschichte,
die überlieferten Berichte,
die man sich heute noch erzählt:
Der Mensch wurd` aus dem „Camp“ gewählt.


Jetzt kam die Frage auf den Plan:
Wie kommt Bewegung in den Kahn?
Da hat der Konstrukteur erkannt:
Ich hab drei Sachen an der Hand:


 
Er kam mit seiner letzten Kraft
auf seiner langen Wanderschaft
ans wilde Meer, dem weiten, schlimmen,
doch leider konnte er nicht schwimmen.


Zuerst montier ich eine lange
je seitlich angebrachte Stange.
An einem Ende breit und platt-
das so genannte Ruderblatt,
die dann der Mensch mit viel Verdruss
und Körperkraft bewegen muss.


 
Er überlegt in seiner Not,
ich brauch so etwas wie ein Boot,
eventuell kann`s auch ein Floß sein.
Es darf nur nicht besonders groß sein.


Und Käpt`n Kuddeldaddeldu,
der sagt da einfach Paddel zu.
So hätte ich – ganz ohne Not –
ein funktionales Paddelboot

 
Nur stark genug für einen Mann,
damit ich Fische fangen kann.
Das brachte ihn auf die Idee:
Er sieht den Baum in seiner Näh`,


Ich könnte aber unterdessen
die Ruderstangen auch vergessen
und hänge zum Bewegungszweck
`nen Außenborder an das Heck.
So hätt` ich zweitens – ohne Not –
ein funktionales Motorboot.

Den haut er um und höhlt ihn aus
und macht so ein Gefährt daraus.
Das war der Clou nach vielen Stunden:
Der erste „Einbaum“ war erfunden!


„Jedoch:“, sagt sich der Konstrukteur:
„Da muss die dritte Lösung her!
Die erste bringt, wie jeder weiß,
viel Kraftverlust und noch mehr Schweiß.

In all den tausenden von Jahren,
ist man so auf dem Meer gefahren.
Bis dann der „Mensch“, wie er sich nannte,
noch bessere „Ideen“ kannte.


Die zweite bringt Geräusche
mit und kostet obendrein noch Sprit.
Verursacht Abgas und auch Schmutz,
beeinflusst so den Umweltschutz.“

Darum bezeichnet er seither
sich oft und gern als Konstrukteur.
Und sagt sich oft, wenn ich nur wüsste,
wie konstruier ich diese Kiste?


Da bleibt die dritte Lösung nur:
Da freut sich nicht nur die Natur.
Nein, auch der Mensch wird richtig scharf,
wenn er sich Segler nennen darf.

Er malt und zeichnet unterdessen
die Formenvielfalt wie besessen,
bis er mit Herz, Gehirn und Hand,
die einzig rechte Formel fand:


So baut er schnell – doch ohne Hast
zunächst ins Boot den Segelmast
und macht ihn fest an allen Kanten,
mit Vor- und achterstag und Wanten.


Ein Boot das ist – ganz ohne Witz –
meist hinten stumpf und vorne spitz.
Daran erkennt der Neuling gut,
wohin die Kiste fahren tut.


Dann schneidet er – das ist kein Witz
– ins Boot da unten einen Schlitz.
Da steckt er nun das Schwert hinein,
sonst käm da nämlich Wasser rein.


Die Seitenwände, Bug und Heck,
die laufen schräg nach unten weg
und treffen sich dann ganz normal
am Kiel, da wird es richtig schmal.


Als nächstes braucht er leichte Lappen,
den Wind als Vortrieb aufzuschnappen.
Wie nennt er doch die Segel bloß?
An Mast und Baum, die nennt er Groß.


Die Frage kam nun oft und viel,
warum nur sagt er dazu „Kiel“?
Brunsbüttel tät es auch zur Not.
Auch Lübeck war im Angebot.


Nun muss das Boot die Fock noch tragen.
Die wird am Vorstag angeschlagen.
Zum Schluss befestigt er die Schoten,
mit einem echten Seemannsknoten
und macht auch noch die Fallen dran,
dass man die Segel heißen kann.


St.Peter-Ording war im Plan.
Auch Flensburg hätte es getan.
Der Seemann spricht nicht gerne viel,
so blieb es kurz und knapp bei Kiel.


Zum Schluss ein Ruder an das Heck,
sonst kommt man nicht vom Ufer weg.
Jetzt ist nur noch die Frage wichtig:
Wie segelt man die Kiste richtig?
Ganz wichtig scheint es wohl zu sein:
Das Boot hat innen hohl zu sein.
Der Hohlraum ist dafür bestimmt,
dass erstens das Gebilde schwimmt
und zweitens, dass es ab und an
auch Menschen transportieren kann.


Das und noch mehr – auf jeden Fall – Erzähl ich euch das nächste Mal !
Der Konstrukteur hat das bedacht
und innen Bänke angebracht.
So kommt der Mensch in den Genuss,
dass er nicht immer stehen muss.


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VORWORT DES VERFASSERS
zur Segeltrilogie


Der verhinderte Jollensegler

Der verhinderte Seesegler
Der verhinderte Regattasegler

Der erste Teil dieser Trilogie entstand etwa im Jahre 1982 kurz vor der 1o-Jahresfeier der SGBR.
Geschrieben habe ich ihn in dem Dialekt, mit dem ich aufgewachsen bin, dem einzigartigen“ Bocholter Platt“.
Die derzeitigen Mitglieder meines Vereins waren dieser Sprache in Wort und Schrift noch mächtig und als Autor hatte ich den einmaligen Vorteil, die Abläufe lustiger und für mich vor allem einfacher im Reimen zu schildern.
Natürlich war damals die Euphorie der Seglergemeinschaft noch besonders groß und das brachte mich auf die Idee, eine Geschichte des genauen Gegenteils zu kreieren und den Jubiläumsgästen anlässlich des 1o-jährigen Bestehens der SGBR vorzutragen.
Der großartige Erfolg inspirierte mich zu noch 2 weiteren Episoden, ebenfalls im Bocholter Dialekt.
Heute nach 35 Jahren hat sich die Klientel unserer Gemeinschaft geändert.
Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Beliebtheit der plattdeutschen Sprache und damit die Fähigkeit sich ihrer zu bedienen, auf dem Rückzug ist-leider, kann ich da nur sagen.
Gemeinsam mit dem Designer und Pfleger der SGBR-Webseiten habe ich diese plattdeutsche Trilogie online gestellt und bin mir inzwischen gar nicht mehr so sicher, dass sie sinngemäß gelesen und verstanden werden kann.
Deshalb habe ich den Versuch gestartet, diese 3 „Erlebnisberichte“ ins Hochdeutsche zu übersetzen und das ist gar nicht so einfach, wenn die Situationskomik, der Witz und der Reim am Schluss erhalten bleiben soll.
In Abstimmung mit unserem homepage-manager – Rudi Inkmann – sind jetzt beide Versionen online, sodass ein Überkreuzvergleich möglich wird.
Viel Spaß damit.

Charade




Der verhinderte Jollensegler

 

Meine Damen, meine Herrn,
ich begrüße Euch recht gern.
Wir sind ja heute alle hier
zu unserm eigenen Pläsier.
So haben mich die Kameraden
von diesem Club auch eingeladen.
Ich bin auch endlich informiert,
was hier denn so gefeiert wird.
Das fand ich einfach tierisch hart:
Hier sind nur Segler an dem Start!!
Als ich das hörte, war ich platt,
weil mich das so getroffen hat!
Das war für mich nicht mehr zum lachen,
ich wollte schon die Biege machen,
denn grad mit Seglern – absolut –
da hab ich gar nichts mehr am Hut.
Und wie das kam, will ich Euch schildern, in lebensnahen, bunten Bildern.

 

Da bin ich aus dem Bach gesprungen.
Hab meine Hose ausgewrungen.
Und wie ich da so nackend stehe,
hör ich die Stimme aus der Nähe:
„Nun guck mal Gustav, welcher Witz da,
nun gibt’s auch schon beim Segeln Flitzer!“ Ich in die Hose rein – und weg -, da krieg ich schon den nächsten Schreck:
Das Boot, das hatte sich befreit,
schwamm auf dem Wasser schon ganz weit.
Und die Entscheidung fiel mir schwer:
Ich hinter meinem Bötchen her.
Und als ich schnell wie ein Delphin,
noch unterwegs zur Jolle bin,
da hör ich – und das war das Schlimme –
von hinten wieder diese Stimme:
„Was meinst du, Gustav, wolln wir wetten, um eine Stange Zigaretten, vielleicht auch eine ganze Pizza, das Boot ist schneller als der Flitzer!“

 

Auch weil die Segler – diese Knaben –
so eine blöde Sprache haben.
Was die erzählen, lernst Du nie,
da stehst Du machtlos vis-a-vis.
Denn Saling, Reling, Bilge, Plicht,
auch luv und lee verstehst Du nicht.
Die wollen nur, damit Du siehst,
dass Du ein blöder Hammel bist!
Sie raten Dir für solche Sachen,
den Segelkursus mit zu machen.
Mir war das erst nicht ganz geheuer.
Der Kursus war auch ganz schön teuer.
Dann hatten die mich schon am Kragen.
Ich höre sie noch heute sagen:
Den nicht zu machen wär das Dümmste.
Der Rademacher war der Schlimmste!!

 

Ich habe mit meiner letzten Kraft
Das schier unmögliche geschafft
Und greif das Bötchen an das Heck.
Da bleibt mir doch die Spucke weg.
Denn grade, als ich danach schnappe,
da haut mich einer an die Mappe.
Erst links, dann rechts, dann wieder links, das ärgerte mich allerdings.
Ja und der Fluch der bösen Tat,
das war des Bötchens Ruderblatt.
Doch das war der Beweis für mich:
Das Boot, das hat was gegen dich!!

So machte ich dann den Versuch
mit diesem schlauen Segelbuch.
Und dieses Buch, das fiel am Ende
auch meiner Freundin die Hände.
Die wurde rot, die wurde weiß.
Auf ihrer Stirne stand der Schweiß.
„Das Buch, das ist für mich ein Graus,
geh aus dem fiesen Club heraus!!“
Sie las da Worte – unter vielen –
wie Hundsfott, Kielschwein und schamfielen.
Da fing sie an zu rebellieren:
„Da muss man sich ja für genieren!!“
Ich konnt das noch berichtigen
Und meine Frau beschwichtigen:
„Das Segeln – hat man mir erzählt -,
das ist das schönste auf der Welt.
Die Sonne scheint, die Vöglein schlafen, das Bötchen liegt vertäut im Hafen.
Das Wasser ist ganz warm – und so -.
Der Wind weht lau – mit 2 Bufeaut –

Den Ausdruck hab ich nie gehört:
Buffet ist gut, Beaufort verkehrt!

Man zieht die Badehose an
Und klettert fröhlich in den Kahn.
Man setzt die Segel und sogleich
Schiebt man die Kiste in den Teich.
Der Wind, der bläht die Segel auf
Und schon nimmt alles seinen Lauf.
Denn ohne Motor, ohne Krach,
schwimmt man von selber auf dem Bach
und freut sich über die Natur.
Um dich herum ist Ruhe nur!!“
Das alles haben die erzählt
Und ich hab mich drauf eingestellt.

Mir wurde es nun doch zuviel
Und ich beendete das Spiel,
ich passe auf, dass ich nicht kenter,
als ich das Bötchen seitlich enter.
Und stürz in einen Riesenkrempel.
Hier sah es aus, wie frühr bei Hempel.
Das meiste, was ich da erblickte,
war Segeltau in jeder Dickde.
Die Schoten – und da ziehn die dran.
Das hätt ich besser nicht getan.
Ich hatte grade dran gezogen,
da flog ich schon in hohem Bogen,
mit Salto und mit Affenzahn
und Richtung Wasser aus dem Kahn.
Ich schreie laut und fluche barsch,
da haut der Mast mir vor den A….
Als ich dann in der kalten Jauche,
ganz wettkampfmäßig untertauche,
da dreht das Boot sich leider auch:
Das Schwert, das trifft mich in den Bauch Und als ich wieder munter werde Sitz ich voll fetter, brauner Erde Und denk: Was haben die erzählt?
Das ist das Schönste auf der Welt?
Nein, Leute, das kann ich beschwörn:
Vom Segeln will ich nichts mehr hörn.
Das war kein Segeln und kein Spass.
Das war `ne Schlägerei nach Mass!
Mir war es schlecht, im Magen flau,
am ganzen Körper war ich blau.
So nahm das Land mich in Empfang.
Ich war kaputt und sterbenskrank.
Vom Wasser saufen hatt ich auch
`nen riesengroßen Wasserbauch.
Der Schmutz ging hoch bis ins Gesicht.
Nur Durst verspürte ich noch nicht.

Ich dann in aller Herrgottsfrüh
Zum Boot und war nervös wie nie.
Das Wetter, will ich ehrlich wissen,
das war nicht gut, das war besch….eiden.
Es regnete ununterbrochen.
Die Vögel hatten sich verkrochen.
Der Wind blies stark –von sechs nach sieben – Beaufort war auch zu Haus geblieben.
So stand ich da nun ganz alleine,
in Badehose, bloße Beine
und schob das Boot nun in die Wellen.
Da muss ich Euch noch was erzählen:
Warm Wasser hatten die versprochen.
Ich war geschockt bis auf die Knochen.
Das hat sich anders angefühlt,
denn blitzschnell war ich unterkühlt.
Die Badehose kniff mir kess
Vor Kälte stramm in mein Gesäß.

Nach all dem schrecklichen Gerase,
kam plötzlich Druck auf meine Blase.
Für mich stand fest –ganz ohne Frage -,
befreie dich von dieser Plage.
Ich an den Wasserrand gehinkelt
Und habe da hineingep….ullert.
Im Auge eine kleine Träne,
zufrieden mit der Prachtfontäne,
mit schätzungsweise vier Atü,
hab ich ein feeling wie noch nie.
Da knallt mir doch in die Idylle
Die mir vertraute ziemlich schrille
Bekannte Stimme dieser Frau.
Und unverzüglich wurds mir mau:
„Mensch, Gustay, sprende doch Applaus,
der Flitzer läuft da grade aus!!“
Ich hab mich fürchterlich erschrocken.
Auf einmal läuten alle Glocken.
Ich war genervt, gekränkt, geknickt.
Ich bin gelaufen, wie verrückt.
Die Kondition wurd immer besser,
jedoch der Durst wurd ständig größer-
Darum lasst mich jetzt weiterlaufen,
ich geh mir erst mal einen saufen!!

Ich denk, nun musst du ja probieren,
dich in der Jolle zu platzieren.
Ich hüpf hinein mit meiner Plauze.
Da haut mir einer in die Schnauze.
Ich rufe laut: „Du Idiot!!“
Es war die Pinne von dem Boot.
Ich springe auf, noch ganz benommen,
Und hab den nächsten Schlag bekommen.
Der Baum, der haut mir vor die Rübe
Und denkt, dass ich wohl liegen bliebe.
Vorm nächsten Schlag kann ich mich bücken, da trifft der Baum mich in den Rücken und schmeißt mich – ohne Warnung – weisse, zurück ins Wasser – so`ne Sch…..ande.

 

 

 

Top


Der verhinderte Seesegler

 

Meine Damen , meine Herrn,
ich begrüße euch recht gern.
Erinnert Ihr Euch an die tolle
Geschichte mit der kleinen Jolle?
Ich hab mich vor Euch hingestellt
Und Euch mein Missgeschick erzählt.
Erzähl das mal, hab ich gedacht.
Doch Ihr habt mich nur ausgelacht!
Seit damals hab ich mir geschworn:
Zum Segeln bist du nicht geborn.
Ich hatte Intressenten satt,
in vielen Kneipen dieser Stadt.
Und denen habe ich erzählt,
was mir nicht an dem Sport gefällt.
Es war mein innigstes Bestreben,
nie mehr in diesem, meinem Leben,
-da könnt Ihr lästern oder schwätzen-
ein Bein an so ein Schiff zu setzen.

Doch heißt es in der Poesie:
„Sag alles, aber niemals nie!!“

Es ist am Wochenend gewesen,
bei Wolberg abends vor dem Tresen.
Ich hatte immer nur geschimpft,
den Ober hatte ich geimpft:
„Nun oel mal endlich deine Socken,
ich möchte jetzt mein Pils beschocken!“
Da meldet sich jedoch sofort,
mein Thekennachbar mal zu Wort:
„ Verzeihen Sie,“ sagt er ganz nett,
„ dass ich Sie stör, ich heiße Fred.“
Ich sag, vielleicht ein bisschen frech:
„Das stört mich nicht, dass ist Ihr Pech.“ „Nein, nein“ sagt er, mich intressierte, was Ihnen mit dem Boot passierte.
Sie hatten wirklich großes Pech,
da blieb mir fast die Spucke weg.
Für Sie – scheint mir der Fall zu sein – Ist eine Jolle viel zu klein.
Ich nenne eine Yacht mein eigen,
die möchte ich Ihnen gerne zeigen.
Ich bin in der S G B R
Und segel auf dem Ijsselmeer.
Fahrn Sie mit mir und auf mein Wort,
Sie kriegen Freude an dem Sport.
Ich lade Sie nun herzlich ein,
dies Wochenend mein Gast zu sein.

Ich fand den Kumpel einfach Spitze
mit seiner Bundeskanzlermütze.
Mit seinem maritimen Tick
im Blazer -einfach tödlich chic-
an dem sogar auch noch im Dunkeln,
die goldnen Knöpfe strahlend funkeln.

Ich sage:“ Fred, nun pass mal auf,
wir machen heute einen drauf
und irgendwann in dieser Nacht,
nimmst du mich mit auf deine Yacht.
Für mich war alles nur ein Witz.
Doch Fred, der handelt wie ein Blitz!
„Herr Ober, bringen Sie mir dann
noch eine Flasche Sandemann“
Ich bin im saufen nicht verklemmt,
doch Sandemann, der war mir fremd.
Was soll das sein – herrjehminee –
Er sah so aus wie schwarzer Tee.
Wir sind dann im Gespräch versunken.
Ich hab ihn auch wie Tee getrunken.
Wie viel, das weiß ich nicht genau.
Auf einmal seh ich Sandefrau
Und Sandekinder groß und klein.
Doch mein Erwachen war gemein.
Die Angst kroch langsam in mir hoch.
Ich lag in einem engen Loch.
Die Ähnlichkeit mit einem Sarg,
war meiner Meinung ziemlich stark.
Ein lauter Schrei hat mich befreit:
„Wer hat mich hier heut Nacht shanghait?“ Ich wurde augenblicklich munter, das Loch, das schwankte rauf und runter.
Ich fühl mich schlecht, das war das Schlimme.
Da hör ich plötzlich diese Stimme:
„Vielleicht bewegst du mal die Knochen
und kommst mal bald an Deck gekrochen!!“ Ich zuck zusammen in dem Loch Und denk, die Stimme kennst du doch!
Das ist doch Freddy Sandemann.
Der fängt erneut zu ballern an:
„Ja wohn ich hier denn im Hotel.
Komm jetzt nach oben, aber schnell.
Ein bisschen plötzlich, nicht so lasch.
Beweg mal deinen fetten Arsch.
Hier oben gibt es viel zu regeln,
wer saufen kann, der kann auch segeln1“
Da hat der Kerl natürlich Recht.
Nur ging es mir unsagbar schlecht.
Ich kam nur langsam in die Gänge,
mein Magen trieb mich in die Enge.
Der Sandemann mit seiner Sippe,
stand Oberkante Unterlippe.

Und als der Fred von neuem motzt,
hab ich ihn auch mal angekotzt.
Er war genervt, er war perplex,
wie eine Nonne vor dem Sex.
Erst war er sprachlos, etwas später,
da kam das nächste Donnerwetter:
„Du Saufkopp, Schluckspecht, Fuselnase,
hast du denn wirklich keine blasse
Ahnung?“ hör ich ihn noch rotzen:
„Nie gegen Wind und Schipper kotzen!“
Er sagt, das sei bei all den Regeln,
die Wichtigste beim ganzen Segeln.
„Ich bin in meinen Seglerjahren
schon viel mit fremdem Volk gefahren,
jedoch noch nie – das glaube mir –
mit einem solchen Schwein, wie dir!“
Ich sage:“ Ich bin hier die Sau?
Das stimmt doch wohl nicht ganz genau!
Hast du `nen Spiegel auf dem Kahn?
Dann guck dich doch erst selber an!!“
Er wurde giftig, wie `ne Spinne:
„Du nimmst jetzt hier sofort die Pinne
und steuerst äußerst akkurat
zweihundertfünfunddreißig Grad.
Du triffst auf diesem Kurs präzise
Auf eine Tonne, schnapp dir diese.
Die Tonne ist sehr relevant,
Sonst sitzen wir hier schnell auf Sand.
Ich brauch die dringend für`s Besteck.“
Dann ging er runter und war weg.
Ich denk noch: Was hat der gesagt?
Da hat der eine Riesenyacht,
doch hat der große Mann von Welt,
für Messer, Gabel wohl kein Geld!
Nun stand ich da, so ganz alleine.
Die Angst, die kroch mir in die Beine.
Ich hatte Zeit mich umzuschauen,
da packte mich das kalte Grauen.
Ich war schon blass, jetzt wurd ich blasser, denn was ich sah, war nur noch Wasser.
Die Küste, die mir so vertraut,
die hatte man mir wohl geklaut.
Doch als es plötzlich furchtbar kracht,
da hab ich gar nicht mehr gelacht.
Mir fiel sofort die Tonne ein,
das könnte die Begründung sein.
„Was ist passiert?“ ruft Fred von unten.
„Ich glaub, ich habe sie gefunden.
Es wäre schön, kämst du sofort,
allein schaff ich die nicht an Bord.
Da kam der Fred an Deck geflogen,
in Unterhose ungelogen.
Die Kappe trug der feine Mann
und auch Pantoffeln hat er an.
„ Mach eine Wende, blöder Hund.
Ich sitze hier verdammt auf Grund.
Es ist vorbei mit der Geduld.
Du Blödmann bist an allem Schuld!!
Hol mir sofort die Munition
Und die Pistole, renn doch schon.
Ich runter in die Katakombe
Und suche krampfhaft nach der Bombe,
Mir war inzwischen klar geworden,
der Junge wird dich jetzt ermorden.
Auf einmal hör ich ein Geschrei
und Fred der macht ein Mordsbohei.
Er ruft ganz laut:“ Mann über Bord.“
Ich sage :“ Fred, ich komm sofort.“
Mit der Pistole in der Hand,
bin ich direkt auf Deck gerannt.
Ich seh, er schwimmt mit großer Mühe
herum in dieser braunen Brühe
und ruft voll Angst:“ Nun schieß doch schon und nimm die rote Munition.“ Ich ziele über Korn und Kimme und höre wieder seine Stimme:
„Doch nicht auf mich, du blöder Hammel.“ Der Rest war nur noch ein Gestammel.
Ich guckte etwas in die Sonne.
In dieser Zeit schwimmt er zur Tonne.
Ich traf bei dem diffusen Licht,
auch die Pantoffeln leider nicht.
Dann hab ich ihn an Bord gezogen.
Er zitterte ganz ungelogen
Am ganzen Körper- voll und ganz-
genau so wie ein Lämmerschwanz.
Die Unterhose war auch schon
ganz braun, trotz roter Munition.
Die braune Farbe an den Beinen,
kam nicht vom Wasser, soll man meinen.
Ich sage:“ Fred, kannst du mich hörn?
Ich hab es satt mit deinem Törn.
Ich will nach Haus, ich hab genug.“
„Dann nimm dir doch den nächsten Zug.“
Mehr Worte hat er nicht gefunden.
Dann war er schon im Schiff verschwunden.
Und wär der Kutter nicht gekommen
und hätte uns in Schlepp genommen,
ich wäre heut nicht hier gewesen,
um euch das alles vorzulesen.
   
   
   
   

 

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Der verhinderte Regattasegler

 

Meine Damen, meine Herrn,
ich begrüße euch recht gern.
So böse, wie ich schon mal war,
so find ich`s heute wunderbar,
mich segelmäßig zu entfalten,
mit Seglern mich zu unterhalten
und dadurch was dazu zu lernen,
anstatt mich immer zu entfernen.
Das geht am besten – permanent –
wenn man was von der Sache kennt.
Jedoch zuvor – so geht es allen –
ist erst mal Lehrgeld zu bezahlen.
So kam ich ganz aus der Kontrolle
beim ersten Date mit einer Jolle.
Und die Erfahrung mit der Yacht,
die hat mich aus dem Kurs gebracht.
Es muss in einem Seglerleben
doch auch noch etwas schönres geben
als Wasserschlucken, Kentern, Frieren
und derbe Schläge zu kassieren,
und auch beim Segeln mit den Yachten,
das Saufen, Kotzen , Übernachten,
und auch das Tonnenkollidieren,
„Mann-über-Bord“ und Grund berühren.
Es muss in einem Seglerleben,
nun wirklich etwas schönres geben.

Da kam ein Vorschlag auf mich zu:
REGATTASEGELN ist der Clou.

Zunächst hat mich das nicht tangiert
und auch nicht richtig intressiert.
Dann traf ich eines Tages – leider –
auf Engelbert – Regattaleiter.
Er war der Boss, der Chef, der King
und Freundlichkeit war nicht sein Ding.
Ich merkte aber unterdessen,
mit dem war nicht gut Kirschenessen.
Er sah mich an und ihm war klar,
dass ich ein dummer Frischling war.
„Du fährst am Samstag erst einmal
im ersten Lauf zum Stadtpokal.
Ich glaub, das Beste wird es sein,
ich setz dich auf dem Laser ein.
Da kannst du ganz allein entscheiden,
dann muss kein zweiter drunter leiden.“
Mehr hat er nicht zu mir gesagt.
Der muss ja wissen, was er macht.
Ich also samstags frohgelaunt
zum Aasee, Mensch hab ich gestaunt.
Mein Gott, was sah ich viele Boote,
ganz bunte, blaue, weiße, rote.
Und Jungs und Mädchen in den selben
Klamotten und das meistens gelben,
die hab`n gebastelt und gewerkt
und keine Sau hat mich bemerkt.
Weil ich – wohl nicht besonders klug –
den grünen Trainingsanzug trug.
Mich hat das weiter nicht tangiert,
ich hab das gar nicht ignoriert.
Ich hatte in der Plastiktüte,
Verpflegung aller erster Güte:
Ein Fläschchen Bier und was zum essen,
das darf man schließlich nicht vergessen.

Nach einer Weile war ich froh
und fand dann auch das Rennbüro.
Da stand schon der Regattaleiter
und rief die Segler – und so weiter:
„Die Rudergänger her zu mir
zur Steuermannsbesprechung hier.
Das gilt auch ganz speziell für dich“
sagt er und wendet sich an mich.
Ich registrierte das als Warnung,
denn schließlich hat der Junge Ahnung:
„Vom Start aus auf die Tonne B,
von dort aus weiter auf die C
und dann zurück nach Start und Ziel
und fertig ist das ganze Spiel.
Wir fahren zweimal diesen Kurs
und dann zum Schluss die Leberwurst.
Die Leberwurst – ich Idiot –
ich hab nur Käse auf dem Brot!!
Ich handelte wie aufgedreht:
Den Käse in das Blumenbeet,
die Schnitte Brot im Mund verstaut,
zweimal geschluckt, fast ungekaut,
die Flasche Bier noch schnell ins Boot,
dann selber rein in höchster Not
und back die Fock und hoch das Schwert,
die Pinne lee –nein umgekehrt-
egal, ich war jedoch inzwischen
als erster auf der poolposition.
An dieser Stelle wird gewartet,
bis dann von hier das Rennen startet.
Hier musst du steuern, wie ein Gott,
sonst fährst du schnell dein Boot zu Schrott.
Auf einmal dann ein lauter Knall:
Das war dann wohl das Startsignal.
Da fiel mir ein – herrjehmineh –
jetzt musst du ja zur Tonne B.
Wer sagt mir aber wo die liegt?
Das wussten auch die andern nicht.

Ich fand auch die Idee ganz gut,
erst gucken, was der Nachbar tut!
Vielleicht war alles auch nur Tarnung.
Vielleicht hat keiner eine Ahnung,
wie er die Tonne B nun findet,
weil einer schnell nach rechts verschwindet, der andre wiederum nach links.
Das wunderte mich allerdings.
Dann haben die Experten auch
vom Navigieren keinen Hauch.
Da war für mich schon sonnenklar,
es sind nach mehr Beknackte da.
Ich denk: Du bleibst jetzt auf der Hut,
hier kennt das keiner richtig gut.
Und plötzlich war die Hölle los:
Stumpf auf mich zu kommt ein Geschoss,
und „wahrschau“ , „wahrschau“ ruft der eine gebraucht die Arme und die Beine.
Und ich erinnere mich prombt,
dass Warschau ja aus Polen kommt!“
Ich grüß zurück: Bokelt Helau
Und dann der Pole laut: Warschau.
Da war mir klar, so wie der spricht,
die deutsche Sprache kann der nicht.
Ich seh mir das genauer an.
Es sitzen zwei Mann in dem Kahn.
Der eine sitzt ganz akkurat,
der andre hängt an einem Draht
und ruft das letzte Mal „Warschau“
dann hör ich nur noch „Arsch und Au“
in dem Moment, da trifft der Geck
mit seinem Arsch genau mein Heck
ich hör den Schrei und hör das Knallen
und seh die zwei ins Wasser fallen.
Für mich war leider nichts zu ende.
Mein Boot macht selber eine Wende.
Ich kriege einen Schlag und rolle
von links nach rechts durch meine Jolle.
Und das Manöver ist bekannt.
Rollwende wird es wohl genannt!“
Schon steh ich wieder auf den Füssen:
Was hat mein Auge sehen müssen?
Ein großer Pulk kommt unverdrossen
mit „Warschau“ auf mich zugeschossen.
Das schien mir alles sehr verdächtig:
Die Polen warn ja übermächtig.
Zur Flucht, da war es längst zu spät.
Was tut man, wenn da nichts mehr geht:
Da kann nur die Devise sein,
die Augen zu und voll hinein!“
Und links und rechts um mich herum
da fallen dann die Polen um.
Ich denk, verdammt, das ist beim Segeln
schon fast genauso wie beim Kegeln.
Triffst du den Vorderen mit Fee,
dann fall`n die anderen persee.
Da muss ich wohl noch etwas üben.
Zwei Boote waren stehn geblieben,
die ignorierten diese Krise.
Zur Tonne B hieß die Devise!
Und schneller, als ich mich versah
da war die Tonne auch schon da,
die nächste Tonne im Vesier:
Ich denke an mein Fläschchen Bier.
Die fliegen fast nach Start und Ziel,
ich folge, wie ein Krokodil.
Die Segel weg, ich jubel schon:
Der dritte Platz, mein größter Lohn!!
Da kommt der Berti an mein Boot
Und brüllt mich an: „Du Idiot,
hast du den Kursplan nicht gelesen?
Du hast die Leberwurst vergessen!“
Ich bin ganz abgeklärt geblieben
Und hab dem Berti das beschrieben:
Die Leberwurst, das darfst du wissen,
die hab ich ins Gebüsch geschmissen.
Denn ich kapierte unterdessen:
Ich soll hier segeln und nicht fressen!“ Nur der brüllt weiter unbeirrt:
„Du bist auch disqualifiziert,
weil aus Protest – ganz ungelogen –
sechs Crews die rote Flagge zogen!“
Ich sage ihm ganz unverhohlen,
Mensch Bert, das sind doch alles Polen,
die mich als Bocholter begrüßen
und ihre Landesflagge hissen!
Ich sage, wer wie du von Segeln
und internationalen Regeln,
nur Leberwurst genau erkennt,
der hat den Segelsport verpennt!!
Ich hab mich furchtbar aufgeregt
und fand das super ungerecht.
Im Laser sitz nur ich, sonst keiner,
und zwei Mann lügen mehr als einer.
Mir fehlt der Zeuge einwandfrei,
den hat ein Zweimannboot dabei.
Da kann man ja nur Unrecht kriegen.
Da heißt es : Fluchen und sich fügen!!
Doch nächstes Mal, das ist schon klar,
da sitze ich in einem „Star“,
da fällt das Lügen gar nicht schwer,
da hab ich einen Zeugen mehr!!

Ich lass mir trotzdem von den fiesen
Kollegen nicht den Sport vermiesen
und möchte gern in den Verein.
Nehmt ihr mich auf? Das würd mich freun.

 

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