...literarische Ergüsse, nicht immer ernst gemeint, aber stets amüsant ...
.
Der verhinderte Jollensegler Wahre und unwahre Geschichtchen über einen wahrlich schönen Sport von CHARADE.. ... mehr davon auf Bocholter Platt |
Der verhinderte Seesegler Meine Herren, meine Damen, |
Der verhinderte Regattasegler Meine Herren, meine Damen, |
Der Lyriker als Chartergast Ein junger Poet, wild entschlossen die Elemente Wind und Wasser in jahrhundertalter Weise auf Segelbooten selbst zu testen und das Erlebte mit den Worten alter Dichter zu beschreiben, steht abends in fremdem Hafen vor dem Objekt seiner noch unbefriedigten Begierde und ... mehr
|
Der Rentner Die Vorgeschichte: ALS ARBEITER war sein Bestreben, |
kleine Bootskunde --Die Erfindung und Entwicklung des Bootes bis heute nach Recherchen von Charade |
Vorwort des Verfassers
In meinen 3 5 Segeljahren habe ich diesen faszinierenden Sport in vielen Facetten kennen-, schätzen-, lieben – und stets respektieren gelernt.
Aber gerade in der Vielfalt neuer Eindrücke waren auch immer öfter komische Situationen eingelagert, die es lohnt, festgehalten zu werden.
Natürlich habe ich die nachfolgend geschilderten Begebenheiten nicht alle selber erlebt.
Viele sind vielleicht auch in dieser drastischen Art noch gar nicht geschehen.
Aber, wie im Falle der Jäger und Angler (Latein), rankt sich um den Seemann eine Menge Garn, das nur zu Geschichten gesponnen werden möchte, die an Stammtischen die Runde machen, wenn mehr als zwei Segler zusammen hocken und ihre haarsträubenden Erlebnisse austauschen.
Trotzalledem macht diese Flunkerei diesen Sport so überaus liebenswert und diejenigen, die ihn ausüben, ebenso.
Da ich als gebürtiger Bocholter mich an dieses Thema herangewagt habe, lag es natürlich nahe, es in Bocholter-Platt zu verfassen und zu hoffen, daß möglichst viele Leserinnen und Leser dieser Kultursprache noch mächtig sind.
Charade
Dän verhinderten Jollensegler |
![]() |
|
| Ein Situationsbericht in Bocholter Platt |
||
| von CHARADE |
||
| Original in Bocholter Platt | zur hochdeutschen Version |
|
| Dieser Bericht wurde erstmalig den Gästen des 1o-jährigen Vereinsjubiläums im Vereinslokal WOLBERG in Bocholt durch den Verfasser vorgetragen. | ||
Meine Herren, meine Damen, Besünders häbt de Junges oke So kräg ik van dän Kerl dann ook |
Ik denk, no muss douj jo vasöken Dorümme loat ouj no wat puppen, |
|
Dän verhinderten Seesegler |
![]() |
|
| Ein Situationsbericht in Bocholter Platt |
||
| von CHARADE | ||
| Original auf Bocholter Platt | zur hochdeutschen Version |
|
| Dieser Bericht wurde den Gästen anläßlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums in Form eines Zwiegesprächs vom Verfasser und Rudi Teriete vorgetragen. |
||
Meine Herren, meine Damen, Et was et Ende van`ne Wäke |
Dor feel he stump ut siene Schloffen, |
|
Der verhinderte Regattasegler |
![]() |
|
Letzter Teil der Situations-Trilogie in Bocholter Platt |
||
| von CHARADE | ||
| auf Bocholter Platt |
zur hochdeutschen Version |
|
Meine Herren, meine Damen,
Dor brogg meij eene up dän Patt: Ik hör`n je moor de Glocken lüden Ik soterdags, ganz froh gelaunt. |
Ers kieken, wat de Andern dot Mor watt de meeken, wi`k wall wätten, dat kusse absolut vagäten. De eenen führn rechts harümme, de andern links, dat was dat schlimme. Ok de Experten wussen nee Wo is dän Wegg noah Tunne B. Un dat bewiss doch klipp un kloar: Et bünt noch mehr Beknackte dor. Ik denke Junge, ganz vasichtig, de kennt dat oke nee so richtig. Un plötzlich was de Hölle loss: Drecks up meij to kümp so`n Geschoss: „Wahrschau, wahrschau“ röpp dor eene und weijht dorbeij met Hand un Beene. Noch ut de Schoole ha`k behollen, wenn Warschau röpp, dän kümp ut Polen. Ik trüggegrüßt Bokelt helau Un dann de Polen weer: Warschau. Moor keem meij dann jo de Idee, mehr Düts vastoaht de sicher nee. Ik kiek meij dat genauer an. Dor satten twee Mann in dän Kahn. Ik meen, dänn eenen satt in`t Boot, dän andern hing an so`ne Droaht, met Hals un Ballig-ohne Prötken- tebutten an dat dünne Dröhtken und reep dat letzte Moal: Warschau, dann hör ik bloß noch: Arsch un Au. In dän Moment, dor tröff dän Geck Meij met de Merse an mien Heck Un beide fallt met völl Theater Un met öhr Segelboot in`t Water. För meij was leider nix toende, mien Segelboot mök selws ne Wende, ik selwer krieg ne Schlagg un rolle, van links noah rechts dör miene Jolle. Wat gung et drunder un ok dröwwer! Rollwende nennt man so`n Manöver. Ik komm weer langsam up de Beene, wat mutt mien Adlerooge sehne? Ne ganz Meute kümp met Macht Un Wahrschau up meij togejacht. Goddomme, denk ik, kasse`s sehne, de Polen bünt hier stark vaträne. To reterieren hadd kein Sinn. Ik stump in dat Geschwader rin Un links un rechts üm meij harümme Feel een Boot noah dat andre ümme. Goddomme, denk ik, beij dat Segeln, dor klappt dat bolle wie beij`t Keggeln. Packs douj dän Vördersten met Fee, dann fallt der andern ganz persee. Ganz süwer ha`k wall nee e`troffen Twee Boote bläwwen nämlik bowwen. De hadd`n nix ieliger te done, as dräcks weer up dän Patt te goane. De Söke noah de Tunne B, dat was ne Freude met de Twee. In Tied van nix, ganz ohne proaten, hadd`n weij de achter un e`loaten un hadd`n de nächste in`t Visier. Ik hadd no Tied för`t Fläsken Bier. Dann schmeern weij aff noah Start un Ziel. Ik drachterher – wie`n Krokodil – Un dann harunder met de Plodden. Ik denk, no büsse dädder e`wodden. Dor kümp dän Engelbert an`t Boot Und brüllt meij an:“ Du Idiot! Hast du den Kursplan nicht gelesen? Du hast die Leberwurst vergessen!“ Ik sägge , Bert, watt sall dat heeten? Ik häbb de Woste nee vagäten. Un außerdem will ik no weeten: Bün`k hier tum Segeln of tum Fräten? Moor brüllt he widder unbeirrt: „Du bist auch disqualifiziert, weil aus Protest – ganz ungelogen – sechs Crews die rote Flagge zogen.“ Ik sägge, wiss douj meij vakohlen? Ik sägge, Bert, dat bünt doch Polen, de dot de Landesflagge hissen, üm meij as Bokeltsen to grüßen. Ik sägge, wenn douj van dat Segeln Und internationale Regeln, van Völkerfreundschaft un van Frieden in Ost un West, in Nord un Süden, nee mehr vastehs, as Läwerwoste, dann klopp deij selws moor an de Boste un froage deij mor langsam – leider – worüm bün ik Regattaleiter? Ik häbb meij furchbar up e`reegt Und fun dat eenfach ungerecht: In`n Laser sitz douj ganz alleene. Un twee Mann leegt jo mehr as eene. Un ik hadd leider keine Tügen, dor kasse jo bloß Unrecht kriegen. Ik loat meij trotzdem van de Fiesen Dat Jollensegeln nee vamiesen Und goah beij ouj no in dän Club Un froage ouj: Nämm eij meij up??? |
|
Kleine Bootskunde |
|||
|---|---|---|---|
Der erste Auftritt des „Primaten“ fand statt in einem großen Garten. Man nennt ihn –sehr prägnant für jeden- auch heute noch: Den Garten Eden. |
Er kann auf den bequemen Plätzen sich legen, knien oder setzen, was letzten Endes dazu führt, dass er so schnell nicht müde wird. |
||
Wir kennen alle die Geschichte, die überlieferten Berichte, die man sich heute noch erzählt: Der Mensch wurd` aus dem „Camp“ gewählt. |
Jetzt kam die Frage auf den Plan: Wie kommt Bewegung in den Kahn? Da hat der Konstrukteur erkannt: Ich hab drei Sachen an der Hand: |
||
Er kam mit seiner letzten Kraft auf seiner langen Wanderschaft ans wilde Meer, dem weiten, schlimmen, doch leider konnte er nicht schwimmen. |
Zuerst montier ich eine lange je seitlich angebrachte Stange. An einem Ende breit und platt- das so genannte Ruderblatt, die dann der Mensch mit viel Verdruss und Körperkraft bewegen muss. |
||
Er überlegt in seiner Not, ich brauch so etwas wie ein Boot, eventuell kann`s auch ein Floß sein. Es darf nur nicht besonders groß sein. |
Und Käpt`n Kuddeldaddeldu, der sagt da einfach Paddel zu. So hätte ich – ganz ohne Not – ein funktionales Paddelboot |
||
Nur stark genug für einen Mann, damit ich Fische fangen kann. Das brachte ihn auf die Idee: Er sieht den Baum in seiner Näh`, |
Ich könnte aber unterdessen die Ruderstangen auch vergessen und hänge zum Bewegungszweck `nen Außenborder an das Heck. So hätt` ich zweitens – ohne Not – ein funktionales Motorboot. |
||
Den haut er um und höhlt ihn aus und macht so ein Gefährt daraus. Das war der Clou nach vielen Stunden: Der erste „Einbaum“ war erfunden! |
„Jedoch:“, sagt sich der Konstrukteur: „Da muss die dritte Lösung her! Die erste bringt, wie jeder weiß, viel Kraftverlust und noch mehr Schweiß. |
||
In all den tausenden von Jahren, ist man so auf dem Meer gefahren. Bis dann der „Mensch“, wie er sich nannte, noch bessere „Ideen“ kannte. |
Die zweite bringt Geräusche mit und kostet obendrein noch Sprit. Verursacht Abgas und auch Schmutz, beeinflusst so den Umweltschutz.“ |
||
Darum bezeichnet er seither sich oft und gern als Konstrukteur. Und sagt sich oft, wenn ich nur wüsste, wie konstruier ich diese Kiste? |
Da bleibt die dritte Lösung nur: Da freut sich nicht nur die Natur. Nein, auch der Mensch wird richtig scharf, wenn er sich Segler nennen darf. |
||
Er malt und zeichnet unterdessen die Formenvielfalt wie besessen, bis er mit Herz, Gehirn und Hand, die einzig rechte Formel fand: |
So baut er schnell – doch ohne Hast zunächst ins Boot den Segelmast und macht ihn fest an allen Kanten, mit Vor- und achterstag und Wanten. |
||
Ein Boot das ist – ganz ohne Witz – meist hinten stumpf und vorne spitz. Daran erkennt der Neuling gut, wohin die Kiste fahren tut. |
Dann schneidet er – das ist kein Witz – ins Boot da unten einen Schlitz. Da steckt er nun das Schwert hinein, sonst käm da nämlich Wasser rein. |
||
Die Seitenwände, Bug und Heck, die laufen schräg nach unten weg und treffen sich dann ganz normal am Kiel, da wird es richtig schmal. |
Als nächstes braucht er leichte Lappen, den Wind als Vortrieb aufzuschnappen. Wie nennt er doch die Segel bloß? An Mast und Baum, die nennt er Groß. |
||
Die Frage kam nun oft und viel, warum nur sagt er dazu „Kiel“? Brunsbüttel tät es auch zur Not. Auch Lübeck war im Angebot. |
Nun muss das Boot die Fock noch tragen. Die wird am Vorstag angeschlagen. Zum Schluss befestigt er die Schoten, mit einem echten Seemannsknoten und macht auch noch die Fallen dran, dass man die Segel heißen kann. |
||
St.Peter-Ording war im Plan. Auch Flensburg hätte es getan. Der Seemann spricht nicht gerne viel, so blieb es kurz und knapp bei Kiel. |
Zum Schluss ein Ruder an das Heck, sonst kommt man nicht vom Ufer weg. Jetzt ist nur noch die Frage wichtig: Wie segelt man die Kiste richtig? |
||
Ganz wichtig scheint es wohl zu sein: Das Boot hat innen hohl zu sein. Der Hohlraum ist dafür bestimmt, dass erstens das Gebilde schwimmt und zweitens, dass es ab und an auch Menschen transportieren kann. |
Das und noch mehr – auf jeden Fall – Erzähl ich euch das nächste Mal ! |
||
Der Konstrukteur hat das bedacht und innen Bänke angebracht. So kommt der Mensch in den Genuss, dass er nicht immer stehen muss. |
|||
VORWORT DES VERFASSERS
|




